Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
15. November 2011
Der Leibwächter für das menschliche Nervensystem
Die Firma Inomed Medizintechnik GmbH stellt seit zwei Jahrzehnten Geräte her, die die Operationszeiten zum Wohl der Patienten verkürzen.
EMMENDINGEN. Seit 20 Jahren beschützen die medizinischen Geräte von Inomed Medizintechnik die Menschen bei Operationen. Sie helfen Chirurgen etwa bei neurologischen Operationen am Gehirn, bei denen sie mit dem menschlichen Auge nicht mehr zum Operationsfeld hinsehen können oder sie zeigen die unsichtbaren Nervenbahnen elektronisch an. Am Freitag feierten die Gründer Rudi Mattmüller und Dieter Mussler mit Gästen den Unternehmensgeburtstag.
"Intraoperatives Monitoring und das OP-Terminal waren 1991 meine Idee und der Arzt Dietrich Grönemeyer hat uns inspiriert, Kanülen für die minimalinvasive Chirurgie herzustellen", beschrieb Geschäftsführer Rudi Mattmüller die Geschäftsidee bei der Feier. Es sei damals eher ein Sprung ins Ungewisse gewesen. Aber ein vielleicht naiver, aber wirksamer Optimismus, fester Wille, Selbstvertrauen und eine gute Portion Überzeugungskraft und viele Visionen hätten die Anfangsjahre geprägt. Es habe Erfolge und Misserfolge gegeben, die dazu antrieben, noch besser zu werden. "Nach den vielen Serviceeinsätzen in Würzburg, die ich vor 15 Jahren noch selbst gemacht habe, kamen die besten Ideen auf der Rückfahrt auf der A 81 und A 5", so Mattmüller. Aus dieser Zeit käme auch der Spruch eines OP-Pflegers: "Wenn nichts mehr geht kommt Inomed".
Werbung
Mattmüller begrüßte unter den Gästen seinen ersten Lehrmeister Peter Petersen, den Leiter des HNO-Labors der Uni Freiburg sowie Hans Jürgen Neumann aus Halle, mit dem vor 15 Jahren die Überwachungstechnik des Stimmbandnervs entwickelt und eingeführt wurde. Die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle (SPD) überbrachte die Glückwünsche des Landes. Sie kannte Inomed bereits von einem gemeinsamen Besuch mit Nils Schmid während des Wahlkampfes: "Wir waren beeindruckt. Und dass sich die Mitarbeiter hier wohl fühlen, war spürbar". Der Mittelstand sei Wirtschaftsmotor des Landes, die Politik müsse die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Sie sprach dabei Fachkräfte, Innovation und Gründungsförderung als zentrale Themen für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft an, die deshalb auch in der Mittelstandspolitik der Landesregierung eine wesentliche Rolle spielen würden.
Auch für Oberbürgermeister Stefan Schlatterer sind Kommunikation und Vernetzung wichtig. Erst vor einem Jahr war Inomed von Teningen nach Emmendingen umgezogen. Mattmüller habe als neuer Vorsitzender des Gewerbevereins gleich Verantwortung übernommen.
Seit Inomed besteht, arbeitet sie mit Professor Guido Nikkah, dem ärztlichen Direktor des Neurozentrums der Uni Freiburg, zusammen. "Inomed versteht die Mediziner und entwickelt gemeinsam mit ihnen segensreiche Geräte für die Menschen", so Nikkah. Er habe am eigenen Leibe erlebt, wie sich die Operationsdauer zum Wohle der Patienten von 20 auf vier Stunden reduziert habe. Künftig würden Techniker im OP sein und Chirurgen in der Werkstatt, um gemeinsam Schlaganfall, Parkinson oder Krebs zu bekämpfen. Dann, wenn Teile des Gehirns zerstört seien und die Verluste durch Stammzellen teils repariert werden könnten.
Jürgen Volkers, Vertriebsleiter Inomed, dankte im Namen der Mitarbeiter dafür, dass man zwei so erfahrene, mutige und innovative Chefs habe, die es verstünden, den heutigen Erfolg zu festigen.
Autor: Gerda Oswald
