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09. Februar 2012

"Dialekt ist nuancierter"

DREI FRAGEN an Klaus Schmidt, der auf Alemannisch predigt.

EMMENDINGEN Am Sonntag leitet Prädikant Klaus Schmidt, der auch Vorsitzender des Vereins der Hachberg-Bibliothek und Heimatkundler ist, um 18 Uhr in der Kirche der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Wasser einen Gottesdienst in alemannischer Mundart. Mit Klaus Schmidt sprach darüber Dieter Erggelet.

BZ: Eignet sich Mundart überhaupt für einen Gottesdienst?

Schmidt: Ich denke ja. Schließlich sprach Jesus aramäisch − das war auch eine Art Mundart. Wenn er in der Synagoge predigte, soll er sich der hebräischen Hochsprache bedient haben. Einen Gottesdienst in Mundart zu begehen, halte ich für eine besondere Form, die Herzen der Menschen zu gewinnen.

BZ: Wie verläuft dieser Gottesdienst?

Schmidt: Dekan Friedrich Geyer erzählt das Gleichnis vom verlorenen Sohn in Karlsruher Dialekt. Ich bin in Emmendingen geboren und in Malterdingen aufgewachsen und habe lange in Mittelbaden gelebt. So wie mir der Schnabel gewachsen ist, werde ich auch predigen. Zudem singen wir auch teilweise sehr bekannte Kirchenlieder in Mundart. Dazu haben wir ein entsprechendes Textblatt vorbereitet.

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BZ: Mundart wird meist bei Brauchtumsabenden oder im Volkstheater gepflegt. Wirkt das in einem Gottesdienst nicht auf irgendeine Weise lächerlich?

Schmidt: Auf keinen Fall: Schließlich kann in einem Dialekt vieles nuancierter ausgedrückt werden als in der Hochsprache. Lassen Sie sich überraschen!

Autor: derg