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06. August 2011

Die ganze Vielfalt der Afro-Musik

Gelungener Auftakt des African Music-Festivals auf dem Schlossplatz / "Blokosso" darf als Wettbewerbssieger ins Aufnahmestudio.

  1. Jurymitglied Malayika bewies, dass sie weiß, worüber sie urteilt Foto: Markus Zimmermann

  2. Während die Musik spielt lässt es sich auf dem Rasen gemütlich speisen Foto: Markus Zimmermann

  3. Annette Lorenz-Kalomba strahlte beim Auftritt von Anatou & Bolingo Foto: Markus Zimmermann

  4. Musik mit viel Dynamik präsentierte die international besetzte Band Blokosso aus Freiburg und gewann den ersten Bandwettbewerb eines African Music Festivals in Emmendingen Foto: Markus Zimmermann

EMMENDINGEN. Die große Tanzparty fand zum Auftakt des 11. African Music Festivals am Donnerstagabend auf dem Emmendinger Schlossplatz noch nicht statt. Dafür bekamen die rund 300 Besucher eine musikalische Vielfalt von traditionellen Gesängen bis zu jugendlichem Hip Hop und Rapp geboten, wie sie wohl kaum einer der weiteren drei Festivalabende bereit halten wird.

Ein Kürbis, mit Leder bespannt, ein Rundholzstab, zwei Nylonschnüre und zu guter Letzt noch ein paar flachgedrückte Kronkorken auf einen Nagel aufgespießt – fertig ist die Kologo. Mit diesem Instrument begleitet sich King Ayisoba, der den Auftakt zum Festival macht. Akzente setzt dabei jedoch vor allem der impulsive Gesang des Ghanaers, der gelegentlich fast wie ein Weckruf über den Platz hallt. Fremder und zugleich faszinierend kann Afrika kaum klingen.

Da erscheinen die Kompositionen, die das Trio "Anatou & Bolingo" als erstes Wettbewerbsensemble präsentiert, fast schon vertraut. Von angenehmer Melodik sind die teils auf traditionellen Liedern basierenden Stücke. Annette Lorenz-Kalomba, Gaby Richter und Stephanie Waßmuth überzeugen vor allem mit einer ausgefeilten Harmonie ihrer Stimmen. Von eher beschaulichen, sentimentalen Melodien spannen sie den Bogen ihres Programms zu mehr Rhythmus orientierten Songs und wecken zum Ende hin den Bewegungsdrang im Publikum.

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Den haben Soleiman Sahertian, Carlos Rafael und Muhammed Djalloh-Steck sichtlich im Blut. Das Staccato ihres Gesangs begleiten sie mit einem permanenten Hin und Her auf der Bühne. Aus Gambia, der Dominikanischen Republik und Guinea stammen die Sänger des "Street Team 79". DJ Aron Lederer sorgt mit seinem Klangteppich für Struktur. Hip Hop, Rapp, teils mit Reggae-Rhythmen unterlegt, die vier repräsentieren die junge "Black-Music".

Ausgefeilter und damit dynamischer ist das Klangbild, das die dritte Wettbewerbsband "Blokosso" zeichnet. Den Rhythmusteppich legen Cheikh Fall aus dem Senegal, Gabriel Akon von der Elfenbeinküste, Meikel Srikanthan aus Sri Lanka und Giorgio Mauro aus Italien. Melodie und Dynamik entwickeln sich im gemeinsamen Gesang des Sextetts, bei dem Rainer Belledin mit stark Funk orientiertem Gitarrenspiel und Dennis Maier mit der Trompete die Akzente setzen. "Blokosso" versprüht Lebensfreude, die Musik der Freiburger Band rüttelt auf. "So muss African Music sein", begründet Juror Joachim Schnitzer, weshalb sich "Blokosso" als Wettbewerbssieger auf Studiotage freuen darf. Zur Entscheidung zwischen dem zweiten und dritten Platz kann er sich gemeinsam mit Mayembé Malayika nicht durchringen. Die beiden anderen Wettbewerbsteilnehmer sollen sich den zweiten Platz teilen, "sollen den gleichen Geldpreis erhalten", erklärt die Sängerin und Songwriterin mit Kongolesischen Wurzeln die weise Entscheidung der Jury.

Ein Abschluss des erstmals ausgetragenen Bandwettbewerbs, der deutlich den Charakter des Festivals unterstreicht. Nicht um siegen und verlieren geht es am Wochenende, sondern um feiern und kennen lernen. "Das African Music Festival ist eine Bühne, auf der man den unterschiedlichsten Kulturen und Menschen Afrikas in ganzer Vielfalt begegnen kann", betonte die aus Kamerun stammende Freiburger CDU-Stadträtin Sylvie Nantcha bei der gemeinsamen Eröffnung mit Oberbürgermeister Stefan Schlatterer. Beim Auftaktabend wurde dieses Forum noch deutlich über die Grenzen des schwarzen Kontinents hinaus erweitert. Die Welt musiziert und begegnet sich auf dem Schlossplatz im Schatten des Markgrafenschlosses.

Info: Samstag: 14 Uhr, Straßen-Parade durch die Innenstadt, 18 Uhr La Complet Madinge, 19.30 Uhr Foret Sacrée, 21 Uhr Femi Kuti; Sonntag: 10.30 Uhr Afrika-Gottesdienst, 15.30 Uhr Wominba, 17.30 Uhr King Ayisoba, 19.30 Uhr Nkulee Dube.

Autor: Markus Zimmermann