Ein etwas anderes Frühjahrskonzert

Hans Meidhof

Von Hans Meidhof

Do, 28. April 2016

Emmendingen

Das Zusammenwirken dreier Vereine für eine Konzertreihe ermöglichte eine große Klangfülle in der Festhalle in Windenreute.

EMMENDINGEN-WINDENREUTE. Ein etwas anderes Frühjahrskonzert boten die Harmonika-Freunde Windenreute den Freunde konzertanter Akkordeonmusik in der Festhalle in Windenreute. Das Thema: "From East to West". Der Akkordeonclub Oberes Elztal, der Akkordeonclub Niederwinden und die Harmonika-Freunde Windenreute hatten sich unter dem gemeinsamen Dirigenten Victor Trippel einmalig zu einer Konzertreihe zusammen geschlossen, die mit dem Frühjahrskonzert in Windenreute ihren Abschluss fand.

25 Musikanten hatten die doch recht schwierig zu spielenden Stücke mit viel Fleiß und Können einstudiert, es waren meist Neuaufführungen. Die neugestaltete Bühne der Festhalle hatte eine verbesserte Akustik erhalten; dadurch ergab sich für das Orchester eine neuartige Klangharmonie. Für das Programm hatte Victor Trippel einen harmonischen Reigen aus klassischer, konzertanter und unterhaltsamer Akkordeonmusik in einer Klangfülle zusammengestellt, welche Harmonikafreunde so schnell nicht wieder hören können.

Der Konzertabend begann mit dem Jugendorchester unter der Leitung von Vera Lukyanenko. Die sechs Kinder hatten sich sehr gut auf das Konzert vorbereitet und boten mit "Kumbaya my Lord", einem Potpourri amerikanischer Songs, die "Vogelhochzeit" (mit einem Solo von Melissa Engelhardt) und "Tom Dooley" einen schönen Querschnitt ihres Könnens.

Die musikalische Reise mit dem Hauptorchester begann mit der "Russischen Fantasie" von Jörg Dräger, einem Konzertstück in vier Sätzen mit verschiedenen Tempi und einem Solo von Vera Lukyanenko. Weiter ging es nach "Transsylvania", einem symphonischen Suite, bestehend aus vier Tänzen aus dem Balkan, dessen Musik mit temperamentvollen und variablen Rhythmen nicht ganz einfach zu spielen ist. Die Musiker interpretierten das Stück mit großer Freude, unterstützt von Florian Läufer am Schlagzeug. Es folgte "Slawischer Tanz Nr.8" von Antonin Dvorak. Auch dieses temperamentvoll gespielte Stück wurde mit starkem Beifall belohnt wie alle vorherigen Stücke auch.

Detlev Kulse führte kenntnisreich und humorvoll durch das Programm. "The Phantom oft he Opera" von Andrew Lloyd Webber war mit Schlagzeugbegleitung von Florian Läufer und am Elektronium Christiane Muchenberger ein Hörgenuss. Mit dem Tango "S’il vous plait" von Astor Piazzolla, dem Begründer des Tango Nuevo, ging die Reise nach Argentinien und Brasilien an die Copacapana von De Barro/Ribbiero. Leicht und flüssig gespielt, erklang im Bossa Nova-Rhythmus ein Ohrwurm mit der ganzen Tonalität des Akkordeons. Es gab langen Beifall.

"Sway", ein gut gespielter Mambo, leitete über zu "Frankieboy forever", ein Medley bekannter Melodien von Frank Sinatra. Als Zugabe erklang "Happy Musik" von James Last, ein Potpourri seiner bekanntesten Melodien und Musikstücke. Das begeisterte Publikum belohnte die Akkordeonisten mit langem Beifall.

Zum Abschluss gab es noch ein musikalisches Schmankerl mit dem Duo Vera Luz, bestehend aus Vera Keel (Gesang) und Lutz Kettnacker (Klavier). Sie bereicherten den Konzertabend mit einem französischen Chanson, einem brasilianischen und einem amerikanischen Lied und einer italienische Filmmelodie, alles ausdrucksvoll leicht und spritzig von Vera Keel gesungen, nach Arrangements von Lutz Kettnacker am Klavier. Es folgte eine kleine Premiere: Vera Lukyanenko begleitete am Akkordeon Vera Keel zu "Padam Padam", einem französischem Chanson, eindrucksvoll gesungen. Dem folgten Akkordeon-Soli zur Filmmusik von "Amarcord" von Fellini, "Tangazzo" von Astor Piazzolla und der "Limehouse-Blues" von Philip Braham. Dieses Ensemble war der Höhepunkt des Abends und sollte als Trio Fortsetzungen haben. Es gab langen begeisterten Applaus.

Ehrungen: Clemens Zeisler vom Handharmonika-Verband, Bezirk Breisgau zeichnete aus: Für fünf Jahre Vera Lukyanenko, Micha Kulse, für zehn Jahre Sebastian Schuhmacher, Tina Heizmann, für 20 Jahre aktiv, davon zehn als Jugendleiter: Melanie Flamm, für 40 Jahre Gerlinde Spöhre, Iris Scherer. Für 14 Jahre Ausbilder und zehn Jahre Dirigent: Victor Trippel, zehn Jahre Beisitzer Ulrike Kulse, 40 Jahre Vorsitzender und 50 Jahre Musiker: Klaus Scherer, 70 Jahre aktiv Walter Nass.