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02. Dezember 2008

Ein respektables Konzert stimmte auf den Advent ein

Sehr gute besuchte Musik zum Advent in der Emmendinger evangelischen Stadtkirche / Die Zuhörer durften mitsingen

  1. Zum Flötenkreis gehört eine respektable Kindergruppe. Foto: Frank-B. Timm

EMMENDINGEN. Fritz Leimenstoll, früher Kantor an der evangelischen Stadtkirche und heute im Ruhestand, macht seit 45 Jahren am ersten Advent Konzerte mit dem Blockflötenkreis der Kantorei. Das ist ein halbes Leben – und Leimenstoll stellte am Ende sogar zwei Musiker aus seinem Ensemble vor, die von Anfang an dabei sind. Auch 2008 stand und saß ein respektables Kinderensemble (lebhaft bunt gekleidet, im Gegensatz zum beherrschenden, traurigen Schwarz der Erwachsenen) mit im Altarraum der ausgezeichnet besuchten Kirche. 

Wieder gehörte zum Programm, dass das Publikum mitsingen konnte. Schließlich sind Zuhörer in einer Kirche  immer auch Gemeinde im christlichen Sinn.  Bemerkenswert, dass Leimenstoll erst mit dem eigentlichen Programm begann, als die Glocken verklungen waren – eine schöne Geste.

Heinrich I. Fr. von Bibers Sonata zu zehn Stimmen, ein einsätziges  Werk, folgt der Spielweise des barocken Concerto grosso: Ein kleineres Ensemble konzertiert (= wetteifert) mit dem großen. Schön, im schnellen Schlusssatz erstaunlich langsam, Händels Sonate g-moll mit Solistin Sonja Kanno-Landoll und Kantor Jörn Bartels am Cembalo. Beim "Wir sagen euch an den lieben Advent" (das wohl schon bekannter ist, als Leimenstoll vermutet) kamen Gemeinde und Musiker erstmals zusammen. Sehr aufmerksam in den Ritardandi folgte das große Ensemble seinem Dirigenten im Junktim-Satz von Ludwig Pfaffteicher nach Johann Crügers "Nun jauchzet, all ihr Frommen" -  ähnlich auch in anderen Teilen des Programms. Wirklich beeindruckend in der Fülle der verschiedenen Register und der Virtuosität war Jörn Bartels an seiner Orgel mit Georg Böhms Präludium d-moll (in dem auch eine Fuge steckt).

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Johannes Eccards "Lobgesang der Maria" und das "Ich lag in tiefster Todesnacht, Du warest meine Sonne" (Text: Paul Gerhardt) folgte; im Flötensopran gab es leichte Schwankungen in der Intonation, dann "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit". Leimenstolls Vorspiele waren meist sehr erfrischend im Tempo, der Gemeindegesang fiel etwas langsamer aus. Bachs "Gottes Sohn ist kommen" mit tiefen Flöten wirkte zu dumpf – hochinteressant, knifflig und zum Wiederhören Frescobaldis "Toccata terza", die Jörn Bartels am Cembalo spielte. Bekannter klang Corellis Pastorale. Auf das Gerhardt-Lied "Kommt und lasst uns Christum ehren" folgte Andreas Hammerschmidts "Freuet euch, ihr Christen alle" – leider ohne Gesang. Antonio Vivaldis Concerto G-Dur kennt man auch in anderen Besetzungen als mit Altflöte (noch einmal Sonja Kanno-Landoll) und Blockflötenorchester. Sehr schön der Mittelsatz, etwas übereilt in einigen Passagen der Schlusssatz. Alles in allem ein durchaus respektables, übrigens angenehm kurzes Konzert. Sehr herzlicher Beifall.

Autor: Frank Berno Timm