Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
12. Mai 2010
Ein Schlüssel als Symbol
Deutsches Tagebucharchiv ist stolz auf die neuen Räume und freut sich über Spende der Sparkasse.
EMMENDINGEN. Glücklich und zufrieden war am Dienstag Frauke von Troschke, als sie von Oberbürgermeister Stefan Schlatterer symbolisch den Schlüssel für die neuen Räume des Deutschen Tagebucharchivs im zweiten Obergeschoss des Alten Rathauses überreicht bekam. Zumal Horst Kary, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Freiburg – Nördlicher Breisgau, dazu einen Scheck in Höhe von 5000 Euro übergab.
Im Stockwerk über dem ehemaligen Domizil, ist, wie OB Schlatterer sagte "eine gute Lösung" gefunden worden. Auch deshalb, weil die Lebenshilfe, die zuvor die Etage im Dachgeschoss genutzt hatte, an neuer Stelle ebenfalls hervorragend untergebracht sei. 20 000 Euro habe die Stadt in die Renovierung im Alten Rathaus investiert, darüber hinaus habe der Gemeinderat beschlossen, dem Tagebucharchiv − wie bisher − die Miete zu erlassen. Wie bisher, ergänzte von Troschke, betrage der Zuschuss der Stadt im Jahr 8000 Euro, was auch bedeute, dass der Verein die nun höheren Unterhaltungskosten mit größerer Anstrengung werde erwirtschaften müssen.Werbung
In diesem Zusammenhang verwies von Troschke darauf, dass das Tagebucharchiv im vergangenen Jahr zwei Drittel seiner Einnahmen aus eigener Kraft generiert habe. Ein Teil davon aus Beiträgen der rund 550 Mitglieder, wovon wiederum etwa 100 aktiv das Archiv als Leser von Tagebüchern oder in anderen Funktion unterstützen. Insgesamt, ergänzte Büroleiter Gerhard Seitz, verfüge das Archiv über etwa 8500 Tagebücher, geschrieben von rund 2200 Autorinnen und Autoren.
Die Sparkasse, sagte Horst Kary, verfolge die "hervorragenden Aktivitäten" des Archivs seit dessen Gründung. Nicht nur als Nachbar. Das Archiv sei eine "einmalige Einrichtung". Auch deshalb, weil in Tagebüchern einerseits Emotionen festgehalten werden , andererseits ein Medium zur direkten Vermittlung von Geschichte seien. So würden viele Erlebnisse und Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg verschwinden, würden sie nicht in Tagebüchern festgehalten − und diese in einem Archiv gesammelt, ausgewertet und für die Nachwelt zur Verfügung gestellt. Dafür müsse von Troschke, die ein "nimmermüder Rufer in dieser Wüste" sei, gedankt werden. Deshalb unterstütze die Sparkasse das Tagebucharchiv seit 1999 regelmäßig − und immer wieder, wie diesmal, punktuell.
Bei einem anschließenden Rundgang durch die frisch hergerichteten Räume sprach von Troschke auch von einem weiteren Wunsch: In den kleinen Büroräumen auf dem Stockwerk, das das Archiv gerade verlassen hat, könnte ein Museum entstehen, in dem eine Auswahl der teilweise reich bebilderten Tagebücher und weitere Gegenstände gezeigt werden. An genügen Ausstellungsstücken mangele es überhaupt nicht − doch dafür schon jetzt an geeignetem Platz. Das ehemalige Bürgermeister-Zimmer, biete dafür gute Möglichkeiten, meine Hansjörg Jenne, der Leiter des Fachbereichs Familie, Kultur und Stadtmarketing. Und der OB ergänzte: "Im Grundsatz sind wir uns einig."
Autor: Marius Alexander
