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10. April 2015

"Eve ist eine Kämpferin, sie gibt nie auf"

Die Sehfähigkeit des blind geborenen Mädchens aus Liberia wurde durch weitere Operationen verbessert.

  1. Eve Tarr Foto: Christiane Franz

EMMENDINGEN. Eve Tarr tobt mit vier anderen Kindern im Kindergarten-Außenbereich herum. Sie rennen zur Schaukel und Eve stößt das auf der Schaukel sitzende Mädchen an. Wenn man sie so beobachtet, kann man sich kaum mehr vorstellen, dass Eve mit drei Jahren nicht gehen konnte und in Liberia ihr halbes Leben meist auf dem Rücken der Mutter Sarah angeklammert verbrachte (die BZ berichtete).

Seit eineinhalb Jahren lebt Eve jetzt bei ihren Pflegeeltern Herbert Ochs und Ingrid Gibson-Ochs in der Stadt. Sie ist sechs Jahre alt und wird nach den Sommerferien die Schule besuchen. Die Erzieherinnen im Kindergarten seien sich einig, das Eve eine Bereicherung für alle darstellt habe, berichtet Ingrid Ochs-Gibson. Eve ist bestens integriert und fühlt sich offensichtlich wohl. Im Kindergarten erhält sie aufgrund ihrer Sehbehinderung Integrationsunterricht von Petra Nübling. Eve brauche ein wenig länger, um zu begreifen, erklärt Herbert Ochs. Denn sie kann die Dinge nicht so schnell durch das Sehen erfassen. Neben dem Integrationsunterricht wird das Mädchen durch die Lehrerin und Orthoptistin Brigitta Weis von der Staatlichen Schule für Sehbehinderte in Waldkirch betreut. Von Weis stammt auch die Empfehlung, Eve aufgrund ihrer Intelligenz nicht nach Waldkirch zur Schule zu schicken. Sie soll die Meerweinschule besuchen, sofern es mit der Inklusionsbetreuung klappt.

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In der Freiburger Universitäts-Augenklinik wird Eve vom geschäftsführenden ärztlichen Direktor Thomas Reinhard und Sektionsleiter Wolf Lagrèze betreut. Dank einer Hornhautübertragung an beiden Augen konnte Eve im Alter von drei Jahren sehen und laufen lernen. Leider stieß ihr Körper das Transplantat des linken Auges ab. Man man entschied, das Auge zunächst so zu belassen. Doch da sich überraschend ein passendes Hornhauttransplantat fand, wurde Eve vor zwei Wochen erneut operiert. Mittels einer Kontaktlinse soll Eve nun auch auf dem linken Auge wieder sehen, hofft das Ehepaar Ochs. "Eve ist eine Kämpferin, sie gibt nie auf", ist Ingrid Ochs-Gibson stolz auf ihren Zögling. "Wenn sie etwas nicht versteht, hinterfragt sie es solange, bis sie es verstanden hat."

Das Ehepaar dankt allen, die sich für Eve einsetzen und besonders den beiden Ärzte-Teams der Uniklinik sowie der Station Manz, die sich bei Eves Aufenthalten immer liebevoll um sie kümmert. Eve Tarr ist inzwischen beim Pflegevater krankenmitversichert. Für Leistungen, die die Kasse nicht übernimmt, kommt der Verein der Freunde der Universitäts-Augenklinik auf.

Kontakt: Wer Eve und anderen helfen möchte, kann unter duenzen@t-online.de Kontakt zum Förderverein aufnehmen.

Autor: Christiane Franz