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09. Februar 2012
Facettenreich und voller Emotionen
Khalil Wailin’ Walter aus Chicago wechselt im Mehlsack von Rock über Blues zu Boogie und Funk.
EMMENDINGEN. Spät kommt Khalif Wailin‘ Walter auf die Bühne des Mundinegr Mehlsack und mit seinen ersten Worten entschuldigt er sich bei dem Publikum, das lange auf ihn warten musste. Herzlich gibt er sich und herzlich ist auch sein musikalisches Bekenntnis. "Musik kommt von hier", schlägt sich der stämmige Typ auf die Brust, dort wo das Herz sitzt und setzt eine kontrastierende Geste dahinter. "Not from here", ballt er die Faust und winkelt den rechten Arm in Bodybuildermanier an.
Schon die ersten Töne unterstreichen, das sind keine leeren Lippenbekenntnisse, keine hohlen Gesten. Khalif Wailin‘ Walter greift beherzt in die Saiten, stürmisch startet er mit rockigem Sound in ein an Stimmungen und Färbungen vielfältiges Programm, das eben aus Emotion und nicht aus Kraft seine Intensität gewinnt. Auf seinen unterschiedlichsten Stationen, bei seinen zahlreichen Partnern, hat der in Mississippi geborene Sänger und Gitarrist einen großen Schatz an Ausdrucksformen gesammelt, aus dem er mit großer Authentizität schöpft.
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"Blues im Blut" war der in Chicago musikalisch Gereifte angekündigt und die kleinen Episoden, die jedes seiner Stücke erzählt, scheinen ihm in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Ob er von der "Big bootyed woman" fasziniert ist, sich einvernehmen lässt von der begeisternden Frau – "she put the voodoo on me" – oder schlicht von Treue und Verlässlichkeit erzählt "still you stand".
Dass so viel Leben auch ganz unterschiedliche Ausdrucksformen braucht, ist selbstverständlich und so arrangiert er harten Rock, sanft träumerischen und auch traurigen Blues, tänzerischen Boogie und vitalen Funk zu einem facettenreichen Programm.
Daniel Hopf am Bass und Helge Preuß am Schlagzeug unterfüttern den Gitarrensound, den Khalif Wailin‘ Walter mit markanter Stimme ergänzt, durch mal treibende, mal bedächtig schreitende Beats, geben den Rhythmus vor, auf dem sich der Bandleader ausleben kann. Das ist Musik, die direkt aus dem Herzschlag kommt und dass die drei im gleichen Takt ticken, ist unüberhörbar. Einzig die Snaredrum sollte Preuß besser im Griff haben, wenn die Schnarrsaiten bei Khalif Wailin‘ Walters Soli hörbar in Resonanz gehen. Die Freunde der Besucher im Keller des Mehlsacks kann dies aber nicht wirklich trüben.
Autor: Markus Zimmermann
