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09. August 2010
FESTIVALSPLITTER
Während der Weltmeisterschaft wurde heiß diskutiert: Ist die Vuvuzela ein traditionelles Instrument oder nicht? Ist sie ein authentisches Stück afrikanischer Kultur oder nervtötender Fußballkitsch? Ein Händler auf dem afrikanischen Basar beantwortet diese Frage auf seine Weise. Er verkauft "Original Vuvuzelas", das Stück zu sieben Euro, zwei Stück für zehn Euro – zwischen Schildpatt-Ohringen, Holzschmuck aus Ghana und afrikanischen Trommeln. Einziger Nachteil: Die WM ist vorbei, die große Zeit der Plastiktröten auch. Niemand versuchte, mit hornissenschwarmartigem Brummen die Auftritte von Alpha Blondy und seinen Kollegen zu übertönen – und der Händler dürfte nun auf die Europameisterschaft in zwei Jahren hoffen, um seine Restbestände loszuwerden.
Großer Name, kleines Festival: So mancher Fan dürfte sich gewundet haben, was ein Reggae-Star wie Alpha Blondy eigentlich in Emmendingen zu suchen hat – er spielt normalerweise auf größeren Bühnen. Die Antwort ist kompliziert: Alpha Blondys Schlagzeuger spielte früher in der Band eines gewissen Tiken Jah Fakoly. Der stammt auch von der Elfenbeinküste und tourt mit einem Bassisten, der mit dem Organisator des Emmendinger Festivals befreundet ist. "Er hat den Kontakt hergestellt", erzählt Raphael Kofi. Im Februar unterschrieben der Veranstalter und der Musiker den Vertrag. "Es war ein Risiko, aber wir wollten auch testen, wie das mir großen Namen funktioniert", sagt Kofi. "Alpha Blondy weiß, dass wir ein kleines Festival sind – und hat einen guten Preis gemacht."
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Beim ersten Festival vor zehn Jahren war Mychael Amuzu noch Zuschauer: begeistert, aber unbeteiligt. Jetzt trägt er einen Backstage-Pass – und ist so etwas wie die rechte Hand des Organisatoren-Ehepaars Raphael Kofi und Linda Siegel-Bentum. Sein Job: Alles, was anfällt. Manchmal moderiert er sogar. Der 30-jährige stammt aus Ghana und kam vor zehn Jahren zum Studieren nach Deutschland, heute lebt er in Bahlingen und arbeitet in Weisweil. Das "African Music Festival" bedeutet für ihn nicht nur Musik und viel Spaß, sondern auch eine kräftige Dosis Schlafentzug: Drei, vier Stunden pro Nacht sind das Maximum. Aber das stört ihn nicht wirklich. "Wenn ich bei den Konzerten sehe, wie sich die Leute freuen", sagt Mychael Amuzu, "gibt mir das die Kraft, weiterzumachen."
Autor: pam


