Handwerk mit goldenem Boden

Georg Voß

Von Georg Voß

Mi, 25. Juli 2018

Emmendingen

Die Gesellenstücke der Schreinerinnung in der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank zeigen saubere Arbeit und gute Ideen.

EMMENDINGEN. "Handwerk hat goldenen Boden", sagte Karl-Heinz Dreher, Vorstandssprecher der Volksbank Breisgau-Nord, bei der Eröffnung der Ausstellung von 13 Gesellenstücken aus dem laufenden Jahr, die die Schreinerinnung Emmendingen im Foyer der Hauptgeschäftsstelle am Marktplatz ausgestellt hat. "Wir freuen uns jedes Jahr auf die Ausstellung dieser handwerklich hochwertigen Arbeiten", lobte er dies Gesellenstücke.

Darunter sind Schreibtische, Flurhängemöbel, Kommoden, aber auch Sideboards, ein Schmuckschrank aus Apfel- und Nussbaumholz und ein mit zahlreichen Schubladen versehenes TV-Lowboard aus Eiche.

Alles sind Einzelanfertigungen, die auf dem Markt ihren gehörigen Preis kosten würden. In der Tat mussten die Auszubildenden des Schreinerhandwerks bei der Prüfung ihr Gesellenstück in einer simulierten Kundensituation anpreisen. Doch das Gesellenstück, für das die Prüflinge zwei Wochen Zeit hatten, ist nur ein Teil der Benotung und wird mit 25 Prozent benotet. Ebenfalls mit 25 Prozent bewertet wurde ein vorgegebenes Werkstück, ein Flaschenträger. Die anderen 50 Prozent sind bei der Theorie zu erwerben.

Willi Reinbold, Obermeister der Schreinerinnung im Landkreis, beglückwünschte die 13 neuen Schreiner zur bestandenen Gesellenprüfung. "Ich bin stolz darauf, was sie geschafft haben", sagte er. "Von der Kreuzüberblattung bis zum fertigen Gesellenstück ist es ein weiter Weg." Es gebe nur wenige Handwerkssparten, die so ein Gesellenstück herstellten, "ein richtiges Werk, was sich sehen lassen kann."

Nicht nur diese Eckverbindungen müssen stimmen, sondern auch die Verarbeitung, die Furnierung und die Passgenauigkeit der Beschläge, erläuterte Klaus Herrmann, Gesellenprüfungsvorsitzender der Schreinerinnung. Unter den 13 ausgestellten Gesellenstücken gab es drei, die mit einer eins vor dem Komma bewertet wurden.

"Bleibt dabei", empfahl Klaus Herrmann den frischgebackenen Schreinergesellen, den Beruf beizubehalten. "Nicht fortbilden, sondern weiterbilden."

Probleme, bei ihrem Ausbildungsbetrieb weiter zu arbeiten, haben die Gesellen eher nicht. Innungsbester von 2018 wurde Maximilian Grün aus Waldkirch mit seinem TV- Lowboard aus Eiche. "Die zwei Wochen Fertigung waren eine intensive Zeit," sagt er. Das Lowboard besteht aus Fächern für Playstation oder TV-Receiver. Nach oben öffnet sich ein Kabeldurchlass für die Kabel. Außerdem ist bei diesem Möbelstück für die notwendige Belüftung der Endgeräte gesorgt. Zudem ist das Lowboard ziemlich breit und auch als Sitzfläche geeignet und auch extra so konstruiert. Das gute Stück hat schon seinen Platz bei ihm zu Hause sicher. Im Handel würde es einen fünfstelligen Betrag kosten, wenn alle Arbeitsstunden von der Planung bis zur Ausfertigung hinzugerechnet werden.

"Das ist meine zweite Ausbildung", erzählt Maximilian Grün. Nach seinem Bachelor-Studium sei er vor der Frage gestanden: "Was könntest du machen?" So absolvierte er mit 28 Jahren noch die Ausbildung zum Schreiner. "Zwei Tage habe ich noch frei und dann geht’s als Geselle weiter."

Info: Die Gesellenstücke sind noch bis zum 17. August zu den Öffnungszeiten in der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank am Markplatz ausgestellt.