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11. Januar 2012

Hilfe leisten, Hilfe erhalten

Kooperationsprojekt von Tagebucharchiv und Rotem Kreuz.

  1. Eine Broschüre mit Tagebuchnotizen rund um das Rote Kreuz ist erschienen. Foto: Gerhard Walser

EMMENDINGEN. Es ist ein beispielhaftes Kooperationsprojekt das Schule machen könnte: Unter dem Titel "Engagement aus Liebe zum Menschen" veröffentlicht das Deutsche Tagebucharchiv (DTA) zusammen mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eine Broschüre mit Tagebuchaufzeichnungen aus den Beständen des Archivs im Alten Rathaus, in denen das Rote Kreuz eine zentrale Rolle spielt.

In den ausgesuchten Tagebüchern und Erinnerungen schreiben zahlreiche Autoren darüber wie sie dankbar Hilfe erhalten haben, selbst Hilfe leisten oder wie sie das Leben in sozialen Einrichtungen des Roten Kreuzes empfinden. Insgesamt neun unterschiedliche Texte aus den Jahren von 1941 bis 2002 enthält die handliche 60-seitige Broschüre, die im Rahmen einer Lesung am Freitag, 20. Januar, 19.30 Uhr im Bürgersaal des Alten Rathauses präsentiert werden soll. Gefördert wurde das Projekt mit Mitteln der Glücksspirale und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Im Rahmen des Kooperationsprojekts haben sich das Tagebucharchiv und das Rote Kreuz gemeinsam aufgemacht, die Archivbestände und Dokumente mit Hilfe der Datenbank zu durchleuchten. "Das Ergebnis der Spurensuche ist beeindruckend", freut sich DRK-Kreisvorsitzender Hanno Hurth. Die dargestellten Texte zeugten davon, wie Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation vom Roten Kreuz engagiert und mit viel menschlicher Wärme geholfen wurde. Die Tagebuchaufzeichnungen seien aber auch Zeugnis von gesellschaftlichen Ereignissen und Katastrophen, die die Menschen wachgerüttelt und betroffen gemacht hätten. So berichtet "Schwester Harmonica" Edith Haase von der Ostfront, wo sie im Lazarett die Gräuel des Krieges kennenlernt. Der Kriegsgefangene Gerhard Toewe wiederum beschreibt plastisch die Suche nach seinen Angehörigen, die dank des Suchdienstes des Roten Kreuzes zwei Jahre nach Kriegsende zum Erfolg führte.

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Auch der Gründer des Roten Kreuzes schrieb Tagebücher

Eindrücklich aber auch Aufzeichnungen aus jüngerer Zeit wie die von Helmut K., der in "Bis dass der Tod euch scheidet" beschreibt, wie er seine demenzkranke Frau auf ihrem letzten Lebensweg begleitet.

Auch der Gründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant, war übrigens ein eifriger Tagebuchschreiber. Mit seinen Notizen aus dem Schlacht von Solferino 1959 versuchte er die Welt wachzurütteln und rief die europäischen Mächte zu Hilfsmaßnahmen auf, die schließlich zur Gründung des Roten Kreuzes führten.

Info: "Engagement aus Liebe zum Menschen", Lesung aus Tagebüchern und Erinnerungen, Freitag, 20. Januar, 19.30 Uhr, Bürgersaal des Alten Rathauses.

Autor: Gerhard Walser