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10. Februar 2012

Humor und Selbstironie

Anka Zink sorgt in der Cinemaja für Wellness besonderer Art.

  1. Wellness für alle: Anka Zink in Hochform. Foto: Dagmar Barber

EMMENDINGEN. Das Publikum schüttelte sich immer wieder vor Lachen, als Anka Zink turbulent die Geschichte ihrer Wellnesserfahrung Revue passieren ließ. Die Kabarettistin erzählte pointiert mit leicht knarzender Stimme ihre ganz persönliche Chronik zur Lage der Fitnessnation. Treffsicher, mit Chuzpe und ehrlichem Charme, gelang es ihr an diesem Abend spielend, aus der Maja-Bühne einen happy Wellness-Tempel zu machen. Männer waren in der Minderheit: "Die gehen zur Ganzkörperentspannung woanders hin".

Für das überwiegend weibliche Publikum ohne große Schwierigkeiten nachvollziehbar, exemplifizierte Anka Zink mit Humor und Selbstironie, dass sie ihre starke Mitte regelmäßig findet, wenn sie einen Bikini anprobiert. Oder sie erklärt ohne Scheu vor drastischer Darstellung "Botox ist ein Nervengift, mit dem man Falten entfernt. Der direkte Nachfahre von Nachtigallenkacke. Damit hat man bereits im Mittelalter Falten entfernt: aus Ritterrüstungen, nach dem Kampf." Mit abstrakten Phrasen erklärt Anka Zink die Mechanismen von Brennwerten und zu kleiner Schrift auf den Schokoladentafeln. "Die Kalorien sind in Schokolade eingesperrt und werden durch Anbeißen befreit. Und nachts nähen sie die Kleider enger." Satirisch nimmt sie magersüchtige Erotik zum Gegenstand.

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Der "rheinische Satansbraten", wie Zink zu Recht auch genannt wird, beweist auch in seinem achten Solo, dass sie gekonnt den Kalauerholzhammer einsetzt. Doch ihre Bissigkeiten sind nie tödlich. Zink nimmt aber keine falschen Rücksichten und beweist Mut, wenn sie gnadenlos von dicken Kindern erzählt. Es gibt immer weniger, aber diese wenigen Kinder sind zu dick. In der Masse kommt’s aufs Selbe raus. Auf jeden Fall sind sie medienkompetent. Sie können Playstation spielen, Internet, SMS schreiben. Aber sie kommen nicht über den Zaun. Sie kämen auch nie auf die Idee, einen Apfel zu klauen. Den letzten Apfel haben sie als 3-D-Animation bei Schneewittchen und den sieben Killerzwergen gesehen.

Ausführlich beschreibt sie das Dilemma von jüngeren Männern. "Sie sind schusselig, ihnen fällt alles um, sie sind latent aggressiv. Das liegt an den Hormonen. Damit haben sie dasselbe Problem wie Frauen zwischen 40 und 55. Auf der einen Seite zu wenig Ziele und Anerkennung. Und auf der anderen Seite viel zu viel innere Hitze." Ihr lakonisches Fazit: "Ältere Frauen und jüngere Männer sollten mehr gemeinsam unternehmen."

Zur großen Freude der Zuhörer macht sie sich Gedanken über Teilzeitsingles, den grünen Punkt oder Besser-Essis und lacht über ihre eigenen Anekdoten am herzlichsten. Köstlich: Opa beim Tierarzt. "Ich beneide meinen Hund, der ist privat, ich bin Kasse". Doch nie wirkt sie verbittert oder prollig. Schließlich kreisen die Beiträge der rheinischen Frohnatur um ihren Skiurlaub. Sie beichtet in bester Kabarettistenmanier ihre Gedanken beim Après-Ski nach fünf Jagertee.

Wellness zielt auf die Steigerung von Wohlbefinden. Genau das ist Anka Zink bestens gelungen. Schade, dass nur etwa 50 Zuhörer kamen.

Autor: dba