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29. August 2010 15:37 Uhr

In den Ferien Stofflücken schließen

Büffeln, während andere faul am Strand liegen und sich in der Sonne aalen? Für die Schüler der Kiwanis-Ferienschule geht das in Ordnung. Denn mit Hilfe der Initiative des Emmendinger Serviceclubs und des Diakonischen Werks an der Markgrafen-Realschule hoffen sie ihren Notenschnitt zu verbessern und vorhandene Lücken zu schließen. Und für Freizeit bleibt immer noch jede Menge Zeit.

  1. Die Kiwanis-Ferienschule an der Markgrafenschule Foto: Daniel Mandel

Wer an diesem Vormittag gegen 10 Uhr an der Markgrafenschule vorbeiläuft, der traut seinen Augen nicht: Eine Menge von Kindern und Jugendlichen macht sich daran, in die Schule zu gehen. Unterricht in den Sommerferien? Für die jungen Teilnehmer der Kiwanis-Ferienschule ist dies keine Ausnahme mehr. "Die Jugendlichen können fünf Wochen lang montags, mittwochs und freitags von 10 Uhr bis 13 Uhr ihre Wissenslücken in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch füllen", erklärt Petra Zai-Englert, Schulsozialarbeiterin an der Markgrafenschule.

Nach dem Unterricht lockt die Theater AG und die Schreibwerkstatt

Die 60 Ferienschüler holen in den rund zwölf gebildeten Arbeitsgruppen ihre Defizite nach, um ihre Versetzung zu erreichen. Dabei arbeiten sie in nach Klassenstufe geordneten Kleingruppen zusammen und werden von ihren Lernbegleitern, pensionierten Lehrern und Studenten, individuell gefördert und begleitet. So gibt der Student Tobias Ruppert seit zwei Wochen Englischunterricht und ist sich über seine Aufgabe bewusst: "Klar können wir hier nicht ein ganzes Schuljahr nachholen und alle Fehlerquellen beseitigen. Unser Ziel bleibt aber die individuelle Begleitung jedes einzelnen Kindes und dessen Unterstützung. Hier hat man endlich einmal die Möglichkeit, wirklich in den Kontakt mit den Kindern zu kommen." Auch Petra Zai-Englert ist von ihrer Methode überzeugt: Durch eine größtmögliche Unterstützung und der Zeit, sich wirklich in das Kind einzufühlen, sei eine gezielte Förderung erst möglich und wirke auch nachhaltig.

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Die Ferienschüler haben nach dem Unterricht zusätzlich die Möglichkeit, sich in einer Theater-Arbeitsgruppe zu probieren. Hierbei sollen vor allem ihre Ausdrucksfähigkeit und ihr Selbstvertrauen gefördert werden. Silvia Alverado und Barbara Seifert, die Gruppenleiterinnen des Improvisationstheaters, werden zusätzlich einen Film drehen, der die Vorführung des Theaterstücks festhält.

Die Jugendlichen sollen sich bestmöglich in einem Wechsel von Unterricht, freiwilliger Teilnahme an Theater und Schreibwerkstatt sowie Freizeit an den unterrichtsfreien Tagen entwickeln können. Robert Vogels vom Kiwani-Club Emmendingen möchte mit der finanziellen Unterstützung seiner Organisation diese Art der Entfaltung der Kinder und Jugendlichen fördern: "Die Kinder sollen merken, dass sie wirklich etwas schaffen können", erklärt er.

Lea (12) hat dies schon vollbracht. Anfangs von ihrer Mutter in die Ferienschule gebracht, geht sie nun völlig freiwillig und mit einer "großen Lust am Schreiben" in die Schreibwerkstatt.

Aufgrund des Erfolges des Projektes erhoffen sich Zai-Englert und Vogels eine Fortsetzung und Weiterentwicklung der Ferienschule in den kommenden Jahren. Um dies zu gewährleisten, werden noch weitere Sponsoren gesucht. Die Markgrafenschule sei in einem schlechten Zustand, bemängelt Zai-Englert und deutet auf die teils abgelösten Tapeten: "Eine Verbesserung der Lernverhältnisse ist unbedingt notwendig – wir wollen schließlich eine höhere Lernqualität erreichen und hoffen auf weitere Unterstützer."

Autor: Daniel Mandel