Jeder kam auf seine Kosten

Katharina Bächle

Von Katharina Bächle

Mo, 11. Juli 2016

Emmendingen

Sommerkonzert des Goethe-Gymnasiums.

EMMENDINGEN. Für alle war etwas dabei. Ob Klassikfreund, Gesangsliebhaber oder Bigbandfan – beim Sommerkonzert des Goethe-Gymnasiums Emmendingen (GGE) kam jeder auf seine Kosten. Sieben Formationen präsentierten sich in der vollen Steinhalle. "So ein ruhiges Publikum habe ich selten erlebt", lobte Musiklehrer Joachim Müller zum Schluss des zweistündigen Konzerts die Zuhörer. "Daraus schließe ich, dass es ihnen gefallen hat und wir Sie mit unserer Musik angesprochen haben." Zuvor hatten Eltern, Geschwister, Lehrer und andere Musikfreunde begeistert applaudiert.

Den Auftakt machte die Bläserklasse 5 a/b, die mit gleich vier unterhaltsamen Weisen auf den musikalischen Sommerabend einstimmte. Für Abkühlung sorgte das Unterstufenorchester unter Leitung von Elisabeth Engelken mit der Quelle aus Smetanas "Die Moldau". Die Programmmusik wurde mit viel Ausdruck dargeboten und ließ den Fluss vor dem inneren Auge der Zuhörer vorbeifließen. Mit dem Orchester nahm sich Engelken der Schauspielmusik zu Shakespeares´ "Sommernachtstraum" von Mendelssohn-Bartholdy an. Dass die Schüler keine Hemmungen vor der viel gespielten Komposition haben, bewiesen sie durch ihre differenzierte Interpretation der vier Sätze: pathetisch die Ouvertüre, tänzerisch-verspielt das Scherzetto, träumerisch-schwelgend das Lied der Elfen, pompös der berühmte Hochzeitsmarsch.

Sehr gut aufeinander abgestimmt waren auch die Stimmen des A-cappella-Ensembles. In "True Colours" traf Smooth-Jazz-Sound auf ausgefeilte Stimmbalance und sorgte bei manchen Besuchern für echte Gänsehaut-Momente. Afrikanische Rhythmen und Gospel vereinten sich bei "Amezaliwa". Tamino Franz setzte auf Aktualität und präsentierte mit dem Chor des GGE "Geronimo" von Aura Dione sowie Andreas Bouranis Hit "Alles nur in meinem Kopf", mit einem gelungenen Solo von Ellis Hassmann. Gekonnt verwebten sich die einzelnen Stimmen der Schülerinnen und Schüler in den Songs und verliehen den Liedern in der nur von Berthold Braitsch am Klavier begleiteten Version gesangliche Tiefe.

Fetten Bläsersound und groovende Rhythmen gab es schließlich bei Goethes Bigband und Goethes Groove Connection zu hören, die beide von Joachim Müller geleitet werden. An diesem Abend konnte Müller einmal selbst dem voluminösen Bläsersound lauschen, da die drei frisch ausgebildeten Musikmentoren Maja Ziemer, Marcel Hiller und Jakob Gertheiss gekonnt das Dirigat der Bigband übernahmen. Zum Abschluss stand Müller bei Goethes Groove Conection doch wieder am Dirigentenpult und entlockte seinen Musikern funkige, treibende und soulige Töne. Mit "Red Clay", "Feeling Good" (Gesang Elena Braun) und "A few good men" brachten Müller und seine Schüler abschließend Groove in die Steinhalle – und die Zuhörer auf einen beschwingten Heimweg.