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18. Mai 2009

Jüdisches Museum registriert zurückgehende Besucherzahlen

Lehrer sollen verstärkt angesprochen werden / Verein für jüdische Geschichte und Kultur konstatiert problematische finanzielle Situation / Carola Grasse bestätigt

EMMENDINGEN. Die finanzielle Situation des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen stellt sich immer problematischer dar. "Besonders gravierend schlugen 2008 rückläufige Besucherzahlen und weniger Führungen im jüdischen Museum zu Buche", erklärte die Vorsitzende Carola Grasse (Malterdingen) bei der Jahreshauptversammlung. Hoffnung auf eine Besserung machen auch die aktuellen Zahlen nicht – eher ist das Gegenteil der Fall.

"Wir waren immer liquide", betonte Kassenführerin Andrea Dittrich. Dass das Defizit von 1050 Euro nicht zu einem negativen Kontostand führte, ist jedoch auch einem Zuschuss für 2007 zu verdanken, der erst im Januar 2008 einging. Ins Jahr 2008 gestartet war der Verein mit einem Kontostand von 850 Euro, zum Jahresende hatte er noch 200 Euro auf der hohen Kante. Neben den geringeren Einnahmen – unter anderem auch rund 1200 Euro weniger an Spenden als 2007 – belasten die Vereinskasse auch gestiegene Energiepreise beim Museum. Grasse erklärt sich den Besucherrückgang beim jüdischen Museum auch mit der momentanen Schließung der stadtgeschichtlichen Sammlung im Markgrafenschloss.

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Notwendig sei es, bei Lehrern nochmals deutlich für einen Museumsbesuch zu werben, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Hanna Fexer. Dies biete durchaus eine Chance, mehr Besucher zu gewinnen. Hoffnung hat Carola Grasse auch, dass ein neuer Flyer der Touristinformation Wirkung zeigt.

Gleichzeitig sind sich die Vereinsmitglieder im Klaren darüber, dass das Museum auch immer wieder aktualisiert werden muss. "Wir müssen es interessant halten für diejenigen, die schon da waren", so Carola Grasse. Ein Arbeitskreis soll sich um die Weiterentwicklung des Museums kümmern und erwartet dabei auch die Unterstützung von Stadtarchivar Hans-Jörg Jenne.

Der sorgenvollen Aussicht stand die Bilanz eines sehr ereignisreichen Jahres gegenüber. So hätten die 18 Veranstaltungen der jüdischen Kulturtage aus Anlass der Staatsgründung Israels vor 60 Jahren und zum 20. Vereinsgeburtstages überregionale Beachtung gefunden. Ergänzend fanden Vorträge und Konzerte statt. Das Programm des jüdischen Lehrhauses habe sich mittlerweile etabliert, für Kinder und Jugendliche wurden interkulturelle Workshops angeboten. Beisitzerin Monika Miklis, die diese Programme anbietet, betonte bei der Versammlung, dass die Teilnahme an den Workshops allen Juden, Christen und Muslimen offen stehe.

Carola Grasse dankte allen Helfern, unter anderem der "Fußtruppe" und Vereinsmitgliedern, und würdigte die Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde und dem Fachbereich Kultur der Stadt.

Am Sonntag fanden im jüdischen Museum anlässlich des internationalen Museumstags Führungen und Vorträge statt (Bericht folgt), weitere Veranstaltungen sind am europäischen Tag der jüdischen Kultur am 6. September vorgesehen. Daneben werden weitere Kulturtermine, Zeitzeugengespräche und die Mitwirkung am Programm der Volkshochschule Nördlicher Breisgau zum Thema Israel und Judentum angeboten.

Die Mitglieder bestätigten den Vorstand und beschlossen wurde eine Beitragserhöhung um vier Euro. Angeregt wurde eine Erhöhung der Eintrittspreise und Führungsgebühren im jüdischen Museum. Dies könnte sich jedoch negativ auswirken, erklärte Carola Grasse.

Autor: Markus Zimmermann-Dürkop