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26. November 2012

Demo für Frieden in Nahost

KOMMENTAR: Mutig und richtig

Die meisten Konflikte auf der Welt haben eine ganz einfache Ursache: zu wenig Kommunikation. Miteinander reden hilft Menschen, sich besser zu verstehen – diese Binsenweisheit gilt sowohl bei Beziehungsstress als auch bei gewalttätigen Auseinandersetzungen um Grund und Boden. Es ist richtig, dass die Jüdische Gemeinde in Emmendingen für ihre Kundgebung auf dem Emmendinger Schlossplatz auch Andersgläubige und möglicherweise Andersdenkende eingeladen und um Grußworte gebeten hat. Und es ist mutig – der seit Jahren schwelende Konflikt um Israel und Palästina ist ein Minenfeld. Jede Äußerung kann falsch ausgelegt werden.

Es war richtig, dass auch der Emmendinger Imam ein Grußwort formulierte. Das war keine Stellungnahme, sondern ein allgemeines Plädoyer für Frieden und den Dialog zwischen den Kulturen. In Sachen Politik enthielt sich Ahmet Akkus – auch das war eine richtige Entscheidung.

Irina Katz enthielt sich nicht. Das ist ihr Recht als Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg. "Israel verdient vorbehaltlose Unterstützung", sagte sie – und erzählte, dass eine Million Israelis im Süden des Landes seit Jahren keinen Tag der Ruhe mehr gehabt hätten. Das ist richtig und traurig – klammert aber die Tatsache aus, dass der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt auf beiden Seiten Opfer und Täter hervorgebracht hat. Das ist ihr gutes Recht. In einer Kundgebung für Frieden können solche Worte aber schnell zu hart wirken, zu unversöhnlich. Das ist schade – denn die Organisatoren von der Jüdischen Gemeinde haben sich viel Mühe gegeben, bei ihrer Kundgebung auf Streitereien und Schuldzuweisungen zu verzichten.

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Autor: Patrik Müller