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09. Februar 2012
Konflikt mit Eigentümer
Zu groß scheint der Dissens: Blanco Raouf el Quni hat im Schwarzwälder Kartoffelhof gekündigt.
EMMENDINGEN. Zum Monatsende schließt der Schwarzwälder Kartoffel Hof an der Bismarckstraße. Pächter Blanco Raouf el Quni hatte nach drei Jahren gekündigt. Er begründet dies mit einer zu hohen Pacht und baulichen Mängeln. Für Hauseigentümer Axel Damm ist die Kritik nicht haltbar.
"Ich musste kündigen, die Pacht ist dermaßen hoch, dass für mich und meine Familie kein Verdienst mehr übrig blieb", sagt Blanco Raouf el Quni. Er habe während der drei vergangenen Jahre stets pünktlich bezahlt. Und er habe den Eigentümer auf Mängel angesprochen − es sei jedoch nichts geschehen. Die Liste der Unzulänglichkeiten sei lang, so der Gastronom. Am gefährlichsten für die Gesundheit des Personals sei der unebene Erdboden in der Gartenwirtschaft. Der Kies sei in unterschiedlichen Höhen eingebaut worden, in dem man teils buchstäblich versinke und damit belaste man die Gelenke und Sehnen.Eigentümer Axel Damm sieht das anders: "Herr Quni arbeitete unter dem vorherigen Pächter bereits fünf Jahre in dem Haus. Er kennt somit seit acht Jahren alle baulichen Gegebenheiten." Für Damm gehören zu einem typischen Biergarten Kies und große Bäume, die Schatten spenden.
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Nach der Kündigung im September gab es nochmals drei Gespräche, die jedoch keine Annäherung der unterschiedlichen Vorstellungen brachte. Dass ein Teil des Biergartens künftig als Schaufläche für Gartenzäune dienen soll, kam als weiterer Diskussionspunkt dazu. Der Pächter hält den Verlust von rund 30 Sitzplätzen und die Ausstellung als solche für nicht akzeptabel. Der Eigentümer beziffert den Verlust mit lediglich 15 Plätzen. Die Zäune würden in die Gartenwirtschaft integriert und bei viel Betrieb könnte das große Tor geöffnet und dazwischen Tische und Stühle aufgestellt werden.
Es gab noch weitere, grundsätzlich unterschiedlich bewertete Punkte, welche schließlich dazu führten, dass der Kartoffelhof zum 29. Februar schließen wird. "Doch ich persönlich mache weiter", verspricht el Quni. Er hat keinem Angestellten gekündigt. Für die Anhänger von Kartoffelgerichten könnte es schon bald in einer anderen Immobilie in der Innenstadt eine Neuauflage des Kartoffelhofs geben, stellt der Gastronom in Aussicht.
Auch Damm will das Gebäude wieder gerne an einen Wirt verpachten und hält das Konzept und die Synergieeffekte der fünf in dem Komplex untergebrachten Firmen für stimmig.
Autor: Gerda Oswald


