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19. Mai 2017

Leserbriefe

MALECKER RATHAUSGLOCKE
Zu bewahrendes Kulturgut
Zum Beitrag "Die Glocke ist wie ein D-Zug" (BZ vom 13. Mai).
Leider wird man immer wieder mit der Frage konfrontiert, mit welch überflüssigen Bagatellen gewisse Leute die ohnedies schon hoffnungslos überlasteten Gericht noch bemühen. Der groteske Fall der juristischen Auseinandersetzung um die Klänge der Malecker Rathausglocke erinnerte mich spontan an den Biederbacher Kuhglockenstreit aus den 80-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der meines Wissens allerdings bereits in erster Instanz zuungunsten der Kläger, eines Architekten und eines Rechtsanwalts abgeschmettert wurde.

Ein ähnliches Urteil hätte ich eigentlich auch im aktuellen Rechtsstreit erwartet, denn wer das tägliche Leuten um 11 und 19 Uhr für jeweils nur 2 Minuten als inakzeptable Lärmbelästigung empfindet, der sollte sich schnellstmöglich noch einer alternativen, offenbar "dezibel-ärmeren" Bleibe weitab von Kirchen und glockenbestückten Rathäusern etc. umsehen. In Anbetracht der heutzutage üblichen zweifach- bzw. von Fall zu Fall auch erforderlichen Dreifachverglasung zur Lärm- bzw. Wärmedämmung halte ich den Lärmpegel der Malecker Rathausglocke für durchaus zumutbar und stehe mit diesem Urteil weiß Gott nicht alleine da. Das Läuten der Rathausglocke von Maleck zu den beanstandeten Zeiten stellt m. E. ein uraltes Kulturgut dar. In diesem Zusammenhang möchte ich auch in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass das sogenannte "Betzeitläuten" insbesondere in ländlichen Gegenden jahrhundertelang gängige Praxis war und kaum jemand Anstoß daran nahm. Beispielsweise ertönt in Gundelfingen wochentags (Ausnahme Sonntag) jeweils um 7, 11 und 19 Uhr eine Glocke der evangelischen Kirche für jeweils drei Minuten. Dies geschieht offensichtlich bereits seit Jahrzehnten, ohne dass es diesbezüglich zu Klagen oder irgendwelchen Beeinträchtigungen durch übermäßigen Lärm kam.

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Vielleicht könnten die Kläger, die ja in Freiburg ein Yoga-Studio betreiben, das Ganze auch unter dem etwas positiveren Aspekt der "Klangtherapie" betrachten und im Sinne einer gütlichen Einigung auf weitere gerichtliche Schritte verzichten. Klaus Rißler, Gundelfingen
STRASSE IM TENNENBACHER TAL
Wer fragt nach den Kosten der Brücke?
Zum geplanten Brücken-Neubau im Tennenbacher Tal (BZ vom 4. Mai):


Über die Zuständigkeit im Tennenbacher Tal herrschen in der Emmendinger Verwaltungsspitze besondere Vorstellungen: Der Stadtrat sei "nur" für einige Detailfragen beim geplanten Ausbau der Kreisstraße in Tennenbach zuständig. Anstatt sich und die Leserschaft sachlich korrekt zu informieren, wird in der Presse die falsche Darstellung der Verwaltungsspitze wiederholt. Richtig ist: Aufgrund seines sogenannten "Befassungs-Rechtes" darf der Rat, aufgrund der sogenannten "All-Zuständigkeit" muss er sich mit dem Gesamtprojekt und seinen Folgen für die Gemarkung und die Bürgerschaft unter allen Aspekten befassen und darüber entscheiden. Das ist in anderen Gemeinden eine Selbstverständlichkeit.

Ein Straßenbaulastträger wird sich im Regelfall nicht gegen den Willen der Standortgemeinde entscheiden. Eine Teilfrage kommt merkwürdigerweise überhaupt nicht zur Sprache: Die Stadt ist über die Kreisumlage mit zirka 20 Prozent an der Baumaßnahme beteiligt. Da sich der Kreistag für die teuerste aller Varianten mit Baukosten von mindestens 2,3 Millionen Euro für 1,2 Kilometer Straße entschieden hat, soll die Stadt mindestens 460 000 Euro dazu beitragen.

Man könnte nun erwarten, dass vom Stadtrat nach den Kosten der geplanten und so überdimensionierten wie unnötigen Brücke gefragt wird. Diese Gelegenheit wurde vor, in und nach der Sitzung des Technischen Ausschusses am 2. Mai verpasst. Dass die Stadträte, die auch im Kreistag sitzen, trotz neuer Informationen an ihrer dortigen Entscheidung festhalten, das ist schlimm genug. Aber was ist mit unseren anderen 18 Gewählten?Klaus Fehrenbach, Emmendingen

Autor: Klaus Rißler, Gundelfingen