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04. Dezember 2010

Lindsey-Blount-Quintett: Erwärmende Klänge im Gewölbekeller

Lindsey-Blount-Quintett: Ausdrucksstarke Sängerin und vier ausgezeichnete Musiker.

  1. Junge Musiker mit sehr viel Potenzial. Im Mehlsack gastierten Edward Frenbach (von links), Lindsey Blount, Jacob Veloo und Dong Ho Sul, die mit Schlagzeuger Jan Lange das Lindsey Blount Quintett bilden Foto: Markus Zimmermann

  2. So viel Stimme - Lindsey Blount begeisterte im Mehlsack gemeinsam mit ihren Musikern Foto: Markus Zimmermann

EMMENDINGEN-MUNDINGEN So richtig erwärmend ist es am Donnerstagabend im Gewölbekeller des Mehlsack nicht, zumal die Heizung den winterlichen Außentemperaturen etwas wenig entgegen zu setzen hat. Eine Handvoll Gäste schafft es zudem kaum, in das Steingewölbe eine etwas höhere Temperatur zu bringen. Das gelingt dann aber umso mehr dem Lindsey-Blount-Quintett.

"Für uns hat es etwas Intimes, hier ist eine ganz besondere Atmosphäre", betonen die jungen Musiker zum anfänglichen Eins-zu-Eins-Verhältnis zwischen Musikern und Zuhörern. Später füllen, von den Klängen aus der Tiefe angelockt, zunehmend mehr Besucher aus dem oberen Stockwerk die kleinen Tischchen rund um die Bühne. Da haben die Fünf, die sich an der Freiburger Jazz und Rockschule zum Ensemble zusammen fanden, schon längst die Temperaturen vergessen lassen, so gehen sie in der Musik auf und begeisteren das Publikum. Die Fünf auf der Bühne scheinen unisono Musik mit Leidenschaft zu leben.

Namensgeberin Lindsey Blount erweist sich als ausdrucksstarke Interpretin populärer Stücke und weniger bekannter Juwelen aus dem reichhaltigen Fundus der unterschiedlichsten Spielarten des Jazz und Pop. Dem mitreißenden Swing zum Auftakt folgen bedächtigere Stücke, die sie variantenreich interpretiert und denen sie mit ihrer wandlungsfähigen Stimme große Emotionalität verleiht: Dunkle Erdverbundenheit kontrastiert mit flirrender Leichtigkeit.

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Dabei singt sie immer im Wechselspiel mit den ebenfalls noch jungen, aber schon ausgezeichneten Musikern. Ein faszinierendes Geben und Nehmen entwickelt sie vor allem mit dem versierten Gitarristen Edward Fernbach und dem Saxophonisten Jacob Veloo. Tongebilde mit differenzierter Ausdruckskraft entlockt der Kalifornier den sechs Saiten, ausgesprochen wandlungsfähig und facettenreich improvisiert der Kanadier auf dem Sax die unterschiedlichsten Themen.

Dagegen erscheinen auf den ersten Blick Schlagzeuger Jan Lange und Bassist Dong Ho Sul eher zurückhaltend. Doch eben nur auf den ersten Blick, denn der Hesse Lange zeigt große Kunstfertigkeit im mal impulsiven, dann aber auch filigranen Bespielen von Trommeln und Becken. Dong Ho Sul aus Korea arrondiert den Sound durch sehr ausgefeilte, variantenreiche Bassläufe eher unauffällig, zurückhaltend und dennoch wirkungsvoll.

Mit "Summertime" und "Feaver" erwärmt das Quintett, das Publikum wird mit "sentimental mood" verzaubert. Entlassen werden die Jazzfreunde in die klirrende Nacht mit beschwingtem "lullaby of birdland". Die fünf Musiker lassen jeder auf seine Art noch viel erwarten!

Autor: Markus Zimmermann