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12. März 2012

Weltfrauentag

„Männer in den besten Jahren“ servierten am Kreiskrankenhaus Kabarett

"Männer in den besten Jahren" servierten am Kreiskrankenhaus Kabarett zum Weltfrauentag.

  1. Männer in den besten Jahren haben sich so einiges zu sagen: Peter van der Kleij, Klaus Winterhalter, Peter Schwenk und Thomas Sarre (von links). Foto: Dieter Erggelet

EMMENDINGEN. Die "lachtherapeutische Abteilung" am Kreiskrankenhaus verabreichte auch im verflixten siebten Jahr ihres Bestehens den begeisterten Besuchern – Frauen in der Überzahl – eine hohe Mehrfachdosis an Humor. Einzige Nebenwirkung: Bauchweh vor Lachen, einziges Risiko: Suchtgefahr!

" Männer in den besten Jahren" lautete das Thema der Chirurgen Klaus Winterhalter und Peter Schwenk, sowie Kioskbetreiber Peter van der Kleij, als Antwort auf den internationalen Weltfrauentag, der am Donnerstag begangen wurde. Musikalisch unterstützt wurde das Trio von Gitarrist Thomas Sarre. Der Hobby-Musiker ist Privatdozent für Biologie an der Freiburger Universität.

Männer in den besten Jahren zeichnen sich durch Weisheit und ein hohes Maß an Altersmilde aus. Mit ein Grund, dass in diesem Jahr jede Frauenbeauftragte ihre wahre Freude gehabt hätte. Kamen an diesem Abend Männer oder Frauen besser weg, war nur eine Frage der persönlichen Wertung. Die rund 200 Gäste – mehr waren nicht zugelassen – nahmen im Foyer des Kreiskrankenhauses an dieser ausführlichen Lachtherapie teil.

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Drei vornehm befrackte Herren erschienen nach einem ausführlichen musikalischen Vorspiel auf dem Podium. Herzerweichende Männergespräche führten die Akteure in einer Art Selbsthilfegruppe am Bügeltisch. Völlig neue Verhaltenseigenschaften des "starken Geschlechts" kamen zur Sprache. Für ein gutes Gespräch mit seiner Partnerin lässt doch jeder Mann in den besten Jahren die Sportschau vergessen. "Stimmt’s ihr luschigen Sitzpinkler? Das Uiuiju von den vergangenen Fasnachtsveranstaltungen war kaum verklungen, hier war es bei den Pointen mehr als angebracht. Von der schwäbischen Sparmentalität bis zu den Eigenheiten einiger Mitbürger, vorzugsweise aus Freiamt und Teningen, reichte das Spektrum, das hier durchgehechelt wurde.

Skurrile Scheidungsdramen und akademische Lehrstunden

Peter van der Kleijs Schauspielkunst als alternder Liebhaber war genauso bizarr wie Peter Schwenks Rolle der lautstarken Erna. Dagegen brillierte Klaus Winterhalter als skurriler Scheidungsrichter oder später nach einer vorübergehenden Geschlechtsumwandlung als wohlproportionierte Ärztin. Chemische Analysen beweisen: Bier, besonders das ehemals am Kaiserstuhl gebraute, beinhaltet weibliche Hormone. Einfach großartig wie hier mit Vorurteilen und Geschlechterrollen verbal jongliert wurde.

Fast schon eine Schunkelrunde war angesagt, als der vielseitig verwendbaren knallrote Gummipuppe, sehr frei nach dem Ohrwurm von Wencke Myhre aus den 80er Jahren, mit all ihren Vor- und Nachteilen musikalisch gehuldigt wurde. Mitklatschen war fast schon Pflicht. Die Szenen einer Ehe, in der Rolle mit Klaus Winterhalter als Scheidungsrichter, Brandreden von dem studierten Juristen Peter van der Kley gegen seine Hassliebe Erna mit der Kittelschürze (Peter Schwenk) war TV-reif. Der Rosenkrieg wurde nicht beendet. Mit dem Liedklassiker von Erna und später der Eigenkomposition mit dem Titel "Ja was wären die Männer ohne Weiber" zeigte sich die musikalische Kreativität dieses Quartetts.

Als dann die beiden Chirurgen nach der Pause in Dienstkleidung erschienen, kündigte der musikalische Leiter Thomas Sarre eine akademische Lehrstunde an. Allerdings so anstrengend sollte es nicht werden. Klaus Winterhalter durchlebte eine Geschlechtsumwandlung und schlüpfte in die Rolle einer Ärztin für Männerprobleme der "Leistungsklasse Ü 55". Das Wechselspiel, streng wissenschaftlicher Begriffe, gepaart mit dem Humor eines Hüttenabends, macht diesen einzigartigen Auftritt aus. I-Tüpfelchen war dann noch Roy Blacks Schmusesong "Ganz in Weiß". Lachen ist die beste Medizin, sehr frei interpretiert nach Beatlestitel "Yello Submarine", bedeutete den krönenden Abschluss einer furiosen Lachtherapie.

Info: Weitere Vorstellungen am 15. und 22. März, jeweils um 20 Uhr, in der Cafeteria des Kreiskrankenhauses.

Autor: Dieter Erggelet