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10. Januar 2012
Mal fröhliche, mal melancholische Kompositionen
Die Harfenistin und Sängerin Nadja Birkenstock verzaubert mit ihren "Winter Tales" das Publikum im Emmendinger Schlosskeller.
EMMENDINGEN. "Der abgewiesene Liebhaber, er schmollt vier Strophen lang" – die Moderation des Programms von Nadia Birkenstock war neben ihrem Harfenspiel und ihrem Gesang ein Moment, womit sie die Zuhörer im Schlosskeller am Samstagabend sofort für sich einzunehmen wusste. Eloquent, phantasievoll, musikalisch kompetent und ausdrucksvoll präsentierte sich die Künstlerin bei ihren "Winter Tales". Mit ihrer wandlungsfähigen Stimme und ihrem Harfenspiel lässt sie irische, schottische und englische Lieder erklingen.
Die Künstlerin hat mit dieser "Kleinkunst" im besten Sinne eine Nische besetzt, deren Qualität und Stimmigkeit bemerkenswert sind. Durch ihre Erklärungen zu Texten, Kompositionen und zu ihrem Instrument wird das Zuhören um ein weiteres Moment erfreulicher; man überlässt sich angeleitet gerne den verschiedenen Stimmungen.
Die keltische Harfe, diatonisch gestimmt "wie ein Klavier mit nur weißen Tasten" und mit Klappen zum Umstimmen der Saiten, überrascht durch die verschiedenen Klangfarben. Nadia Birkenstock wusste das Instrument gut als harmoniegründiges Begleitinstrument oder solo in differenzierender Mehrstimmigkeit einzusetzen. Die Harfe übernahm fast swingend die Aufgabe eines Kontrabasses. Einige Intros klangen sehr stimmungsvoll und beschworen Gefühle wie Sehnsucht oder Freude, die in den Texten intensiviert wurden. Die Lieder und Songs, meist einfache Weisen, meist einfach gesetzt, prägten sich schnell ein. Sie waren aus verschiedenen Ländern zusammengetragen und ergaben im Mix ein vielseitiges Bild von Geschichten und Balladen. "Please to See the King" – eine Legende um den Zaunkönig oder "The Angel Gabriel", eine französische Weise oder die bretonische Ballade, inhaltlich "Hänsel und Gretel" ähnlich, setzten Akzente, die sich jeweils als kleine Besonderheit darstellten und im Gesamten eine erfrischende, fröhliche, melancholische Mischung ergaben, ohne ins Kitschige abzudriften. Als Zugabe erklang das fröhliche "Gaudete", das mit seiner hintergründigen Rhythmik zu dem lateinischen alten Text im Schlosskeller noch einmal aufhorchen ließ.
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Autor: Hildegard Karig
