MARKTPLATZ 11: Frauenrabatt

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Sa, 31. August 2013

Emmendingen

Wenn am kommenden Freitag im Elzstadion die Bundesliga-Kicker des SC Freiburg im Freundschaftsspiel gegen den FC Zürich auflaufen, dann werden sicher auch viele weibliche Fans die Gelegenheit nutzen, die Freiburger anzufeuern. Schließlich sind die Frauen in den SC-Fangruppen längst nicht mehr unterrepräsentiert. Und seit der Frauenfußball mit dem unlängst zum achten Mal gewonnenen EM-Titel in den Vereinen landauf landab einen neuen Boom erlebt, dürfte die einstige Männerdomäne bald gestürmt sein. Passt es da noch in die Zeit, dass der gastgebende FC Emmendingen seinen weiblichen Besuchern Rabatt gewährt? "Rentner, Frauen, Schüler, Behinderte und Mitglieder", so steht es in der Pressemitteilung des FCE, zahlen fünf Euro statt acht für ein Stehplatzticket. Mal ganz abgesehen von der Zusammensetzung der genannten Minderheiten: Höchste Zeit zum 50-jährigen Jubiläum des Stadions für eine Gender-Reform. Gleichberechtigung auch beim Bezahlvorgang!

Schnecken-Wein

Das wird wohl nix mehr mit dem erhofften Titel "Weinfest des Jahres". Nach wie vor dümpelt das Breisgauer Weinfest beim bundesweiten Wettbewerb der Wochenzeitung Welt am Sonntag abgeschlagen auf einem Mittelfeldplatz. Gerade mal 306 Fans haben bisher für die Emmendinger Veranstaltung abgestimmt. Das bedeutet aktuell Rang 69 von insgesamt 156 Teilnehmern. Noch sind wenige Tage Zeit dies zu ändern. Bis zum 9. September werden noch Voten per Mausklick auf der Internetseite http://www.weinfest-des-jahres.de angenommen. Der unangefochtene und wohl kaum mehr einholbare Spitzenreiter ist in diesen Tagen übrigens auch ein Fest in der Region: Das Schnecke-Fescht, das am nächsten Wochenende in Pfaffenweiler stattfindet. Mehr als 6000 Stimmen hat es auf sich vereint. Respekt. Das kleine Winzerdorf versteht es offenbar besser, seine Fans zu mobilisieren.

Feuchte Augen

Karl Klein war fast sprachlos und bekam, wie er beim Besuch in der BZ-Redaktion zugab, feuchte Augen. Sein Appell, für das Fahrradprojekt der Freundschaftsbrücke Nicaragua nicht mehr benötigte Drahtesel zu spenden, stieß auf unerwartet große Resonanz. Nachdem die BZ darüber berichtet hatte, glühten bei dem Emmendinger Ingenieur die Telefondrähte. Am Ende konnten über 400 Fahrräder gesammelt werden, die Ende September per Schiff ihre Reise nach Nicaragua antreten. "Damit hätte ich nie und nimmer gerechnet", sagte Klein, der sich bei allen Spendern für die große Unterstützung bedankt. Helmut Stang aus dem Geranienweg hatte Kern sogar seine komplette Sammlung von Ersatzteilen überlassen und Klaus Bührer half tatkräftig mit beim Abholen der Räder. Die wandern jetzt in einen Container, der in die nicaraguanische Kleinstadt Nagarote verfrachtet wird. Dort soll mit Hilfe des Vereins Freundschaftsbrücke eine Fahrradwerkstatt aufgebaut werden, in der bedürftige Jugendliche eine Ausbildung und damit eine Zukunftsperspektive erhalten (Infos im Internet unter http://www.freundschaftsbruecke-nicaragua.de