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08. Januar 2010 15:44 Uhr
Mit dem Umzug kommt das Museum
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Geschäftsstellenleiter Gerhard Seitz ung Vorsitzende Frauke von Troschke inspizieren die neuen Räume - und freuen sich riesig drauf. Foto: Sylvia-Karina Jahn
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Irmgard Nölkensmeier bei der Arbeit. Rund um sie herum wird's eng Foto: Sylvia-Karina Jahn
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Foto: Sylvia-Karina Jahn
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In leeren Räumen sieht alles sehr großzügig aus. Foto: Sylvia-Karina Jahn
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Endlich mehr Platz fürs Archiv und dessen Arbeit! Foto: Sylvia-Karina Jahn
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Dann können auch Dokumente wie aus diesem Kofferaus Berlin ausgestellt werden. Foto: Sylvia-Karina Jahn
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Gerhard Seitz und Frauke von Troschke auf dem Dachboden. Der ist kaum isoliert - aber voller Archivmaterial Foto: Sylvia-Karina Jahn
EMMENDINGEN. Ende Februar will das Deutsche Tagebucharchiv (DTA) mit dem lang ersehnten Umzug ins Obergeschoss des Alten Rathauses beginnen. Statt 80 werden dann rund 200 Quadratmeter zur Recherche, für die Dokumentation der mittlerweile rund 8000 Tagebücher und für die Verwaltung zur Verfügung stehen. Zehn- bis zwanzigtausend Euro sind insgesamt dafür veranschlagt, sagt Geschäftsstellenleiter Gerhard Seitz. Besonders schön: Es soll künftig auch ein kleines Tagebuchmuseum geben.
Das Tagebucharchiv, das am 18. Januar elf Jahre alt wird, bekommt dann "mehr Platz für alles, was hier passiert", freut sich Vorsitzende Frauke von Troschke. Und das ist eine ganze Menge. Wer die Räume im ersten Obergeschoss des Alten Rathauses betritt, stolpert förmlich über Büromaterial und neue Computer: Die wurden für die Ausstattung der neuen Rechercheräume gespendet. "Viele Rechner und das Büromaterial sind vorhanden," erklärt Seitz, "sobald die Stadt die Räume renoviert hat, legen wir los." Freilich müssen beispielsweise noch etliche Regale angeschafft werden. Und so hofft das Tagebucharchiv auf weitere Spenden.Werbung
Die Räume im Dachgeschoss, die bislang die "Lebenshilfe" genutzt hat, sind mit zahlreichen Einbauschränken ausgestattet und im Speicher darüber hat das Tagebucharchiv seit langem seine Archivschränke stehen. Seit 2009 lagern auch etliche wertvolle Originale im Keller des Landratsamtes – wichtig wegen des richtigen Klimas, wie von Troschke erklärt. Sie ist froh um die gute Zusammenarbeit mit Stadt- und Kreisverwaltung.
Frauke von Troschke, Vorsitzende des Tagebucharchivs
In diesem Raum finden auch die Treffen der beiden Lesegruppen statt; insgesamt arbeiten rund 90 Ehrenamtliche aus dem gesamten Bundesgebiet für das Tagebucharchiv. Nur so ist es möglich, die Tagebücher für die Computerrecherche aufzubereiten. Und die Anfragen häufen sich, kommen zunehmend aus England, aber auch aus San Diego, Tel Aviv, Berlin oder Dublin, wie von Troschke stolz erzählt. Zudem könne die Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg und mit den Schulen ausgeweitet werden. Deswegen wird es künftig zwei Arbeitsräume für die Recherche geben. Ein Raum ist für die Geschäftsführung, einer für den Vorstand vorgesehen. "Ich freue mich auf einen eigenen Schreibtisch und Stuhl, bisher sitze ich immer auf irgendeinem Schreibtisch!" erklärt von Troschke die bisherigen Raumnöte.
Die bisherigen Räume soll das Archiv nach dem derzeitigen Stand der Diskussion der Stadt zurückgeben; ganz ausdiskutiert sei das noch nicht, so von Troschke. Und auch weiterhin möchte das Archiv nach Absprache Bürgersaal und altes OB-Zimmer nutzen, wenn dies die Größe von Besuchergruppen erfordert. Das ist relativ häufig der Fall und klappt problemlos, lobt die Vorsitzende die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.
Schon in der drangvollen Enge wurden immer zwei Vitrinen mit besonderen Tagebüchern gezeigt. "Es ist wichtig, die schönen, wertvollen Dinge auch zeigen zu können", sagt von Troschke – und die Schätze, die bis zu 200 Jahre alt sind, nicht immer aus Schränken holen und wieder hineinstellen zu müssen. Schon im Frühjahr soll damit begonnen werden. Kleine Wechselausstellungen sowie Material aus der zum zehnjährigen Bestehen geschaffenen Wanderausstellung sollen Besucher ohne fachliches Interesse anlocken. Geöffnet haben wird das Museum wie die anderen städtischen Museen, also mittwochs und sonntags; es soll von ehrenamtlichen Tagebuchmitarbeitern betreut werden.
Neben der Archivarbeit werden wieder öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen geplant: Im Frühjahr werden die neuen Räume mit einem "Tag der offenen Tür" vorgestellt, das Archiv will sich an der Museumsnacht im Mai beteiligen und die 13. Zeitreise für den Herbst wird vorbereitet.
Autor: Sylvia-Karina Jahn


