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06. März 2009
Mit der Kraft von vier Wäscheklammern
Waldorfschüler testeten im Physikunterricht, wie man mit Spannungsenergie Fahrzeuge antreibt
EMMENDINGEN. Wie weit kommt man mit der Energie von vier Wäscheklammern? 18 Schülerinnen und Schüler der Integrativen Waldorfschule Emmendingen haben es in den vergangenen drei Wochen im Physikunterricht ausprobiert.
Hinter den Zehntklässlern liegen sehr arbeitsintensive Wochen. Nachdem die witzigen Fahrzeuge bei einem ähnlichen Projekt im vergangenen Jahr von Mausefallen angetrieben wurden, deren Kraft dann fast die Flurlänge der Schule sprengte, ließ es Fachlehrer Christian Imann dieses Jahr eine Nummer kleiner angehen. Die Aufgabe blieb die gleiche: Es galt, Fahrzeuge zu konstruieren, die möglichst weit, möglichst schnell und möglichst effektiv vorankommen, und das angetrieben von der Federkraft der genannten vier Klammern. Das Prinzip ist bei fast allen Fahrzeugen gleich: Sie haben drei oder vier Räder und eine sich drehende Hinterachse. Für den Antrieb wird ein Faden aufgewickelt, der mit den Klammern verbunden wird. Sobald sich diese öffnen, spulen sie den aufgedrehten Faden ab.
Ganz unterschiedliche Lösungen haben die Schüler gewählt. Manche setzten vor allem auf geringes Gewicht, arbeiteten mit Balsaholz, Karbonstäben und Kugellagern. Einer beschränkte sich sogar darauf, statt der Wäscheklammern nur die Federn daraus zu montieren – auch das spart Gewicht. Als Räder dienen häufig CDs – oder gar alte Schallplatten (Winnetou kam da zu ganz ungewohnten Ehren). Die sind zwar größer und schwerer, aber besser geeignet für die Konstruktion der Antriebsachse, weil ihre mittlere Öffnung kleiner ist. Wie überhaupt bei der Konstruktion ein Spannungsfeld an Kontrasten zu beherrschen ist: Einerseits fahren die kleinen Konstrukte um so schneller, je weniger Reibungsverluste entstehen, erklärt Imann. Durchdrehen dürfen die Räder aber auch wieder nicht, sonst geht die ganze Kraft verloren. "Das war ganz schön schwierig, bis das Fahrzeug mal fährt", erzählt Schülerin Annika Farkas. "Eiger Run" hat sie ihr Modell gekauft – fantasievolle Namen dominieren.
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Manche der Fahrzeuge sind ästhetische kleine Kunstwerke, für die schon mal Opas Drehbank herhalten musste: handwerklich perfekt und so sauber gearbeitet, als sollte es ein Meisterstück sein. Andere wirken einfach bunt und lustig und wieder andere wie grob zusammengezimmert. Denn nur bei der Ausstellung ging es um Schönheitspunkte, beim Rennen am folgenden Tag waren Geschwindigkeit und Reichweite gefragt.
Autor: Sylvia-Karina Jahn
