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09. März 2015 17:13 Uhr

Ehrenamtsbörse seit Montag am Netz

Motto: "Für mehr Miteinander"

Sich engagieren möchte mancher – aber nicht unbedingt langfristig. Der Bedarf an ehrenamtlicher Hilfe ist ebenso groß und so hat die Stadt eine Ehrenamtsbörse ins Leben gerufen, die Angebot und Nachfrage zusammen bringen soll.

  1. So einfach geht’s: Lothar Winterle stellt die Ehrenamtsbörse beim Pressegespräch vor. Foto: Sylvia-Karina  Jahn

EMMENDINGEN. "Kommunen leben von Vereinen und vom Ehrenamt", sagt Lothar Winterle. Allein in Emmendingen gebe es um die 300 Vereine. Viele suchen Helfer – auch Privatpersonen sind darunter. Für sie und für all diejenigen, die sich engagieren möchten, soll die städtische Ehrenamtsbörse ein kostenloses Forum sein, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Die Börse steht seit Montag auf der städtischen Homepage und kann "befüllt" werden. Ansprechpartner ist Lothar Winterle.

WORUM ES GEHT
"Das Freizeitverhalten hat sich geändert", sagt Winterle, der sich selbst als "klassischen Vereinsmenschen" bezeichnet: Mit 15 trat er in den Fanfarenzug Hachberger Herolde ein, nun ist er bald 60 und noch immer aktiv dabei – sogar an der Vereinsspitze.

Doch dieses langfristige Engagement wollten immer weniger Menschen: Viele seien durchaus bereit, sich zu engagieren, aber nicht so lange. Weg von langfristigen Verpflichtungen, hin zu einem projektbezogenen, zeitlich überschaubaren Engagement – diese Version des Ehrenamtes setzt sich immer stärker durch.

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Und so gibt es immer mehr Vereine, die Probleme haben, Nachwuchs zu finden; auf der anderen Seite immer mehr Menschen, die sich nicht an einen Verein binden wollten, aber in ihrer Freizeit gern etwas für andere tun würden. "Die Rentner werden immer rüstiger", nennt Winterle beim Pressegespräch im Rathaus ein Beispiel, "die Ehrenamtsbörse will dieses Potenzial anzapfen."

WAS GEBOTEN WIRD
Bislang habe, wer Lust und Zeit für ein solches Engagement hatte, nicht so recht gewusst wohin mit seinem Angebot. Das wird jetzt anders: Die Ehrenamtsbörse versteht sich als Brücke zwischen engagementbereiten Bürgerinnen und Bürgern, Trägern wie Institutionen, Initiativen, Vereinen und Hilfesuchenden. "Sie soll helfen, einen Überblick zu verschaffen, wo Hilfe benötigt wird und geleistet werden kann", formuliert Winterle.

Über den Button "Ehrenamtsbörse Emmendingen" auf der Homepage können sich Verein mit ihrem Angebot ebenso eintragen wie Menschen, die Hilfe benötigen – und sei es nur, dass sie sich den Knöchel verstaucht haben und zwei Wochen nicht einkaufen gehen können. Wer keinen Internetzugang hat, kann den entsprechenden Fragebogen ausfüllen, der regelmäßig im Amtsblatt veröffentlicht werden soll. Ehrenamtsbeauftragter Winterle hilft gern beim Ausfüllen und auch in den Ortschaftsämtern sowie im Familienzentrum gibt es diese Unterstützung.

AUFGABE DER STADT
Die Angebote können mit Namen des Vereins oder der Institution oder – besonders für Privatleute interessant – mit Chiffre eingegeben werden. Winterle überprüft alle Eingänge auf Seriosität, bevor er sie freischaltet, versichert er. Zu seinen weiteren Aufgaben gehören Information, Beratung, Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt.

Ist all das Aufgabe einer Stadtverwaltung? "Wir meinen: Ja", sagte Winterle. Das Angebot müsse kontinuierlich betreut werden und es sei wichtig, dass ein fester Ansprechpartner zur Verfügung stehe. Die Idee habe Oberbürgermeister Stefan Schlatterer aus Crailsheim "importiert."

Kontakt: Lothar Winterle, Tel. 452-716, Zimmer 301; oder über http://www.ehrenamtsboerse-emmendingen.de

Autor: Sylvia-Karina Jahn