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28. Mai 2015

Navon wird Landesrabbiner

Emmendingens erster Rabbi vertritt liberales Judentum.

  1. Moshe Navon wird Landesrabbiner. Foto: Arsenij Schwarzbrehm

EMMENDINGEN (wal). Karrieresprung für den ersten Emmendinger Gemeinderabbiner: Moshe Navon wurde zum neuen liberaler Landesrabbiner der Freien und Hansestadt Hamburg ernannt. Navon, der mit seiner Familie noch in Emmendingen lebt, wird am 6. Juni in sein neues Amt eingeführt.

Navon ist seit Februar 2015 Gemeinderabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg (LJGH) und gehört der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland an. Er wird laut Mitteilung der LJGH in Zukunft das liberale Judentum Hamburgs als selbständige und etablierte Strömung vertreten. Die LJGH wurde 1994 gegründet, um dem Hamburger Judentum neben der orthodoxen Jüdischen Gemeinde eine weitere Facette zu verleihen. Dabei nimmt sie Bezug auf eine fast 200-jährige reformjüdische Tradition, die 1817 mit dem Israelitischen Tempelverein in Hamburg ihren Anfang nahm und die erste Reformgemeinde der Welt war. In Deutschland wurde die reformjüdische Tradition bis 1938 zum Mainstream, jedoch durch den Nationalsozialismus jäh unterbrochen. Sie gelang in der ganzen Welt – besonders in den USA – zu großer Blüte, wo die Mehrheit der dort lebenden Juden sich der progressiven Strömung verbunden fühlen.

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Moshe Navon war von September 2011 bis November 2013 erster Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Emmendingens, die das Arbeitsverhältnis dann überraschend gekündigt und mit Jaakov Josef Yudkowsky einen orthodoxen Rabbiner eingestellt hatte. Navon, der sich in seiner Emmendinger Zeit stark für den interreligiösen "Trialog" mit Christen und Muslimen eingesetzt hatte, wird Emmendingen, wie er sagt, als "demokratisch, vielfältig, friedlich und sonnig" in Erinnerung behalten und "nie vergessen".

Autor: wal