Noch mehr vitale Gewässer?

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Do, 02. August 2018

Emmendingen

Umweltminister Franz Untersteller besucht die renaturierte Elz und zeigt sich beeindruckt.

EMMENDINGEN/TENINGEN. Als ein "Musterbeispiel wie man die Sünden der Vergangenheit beheben kann" bezeichnete Franz Untersteller die Renaturierung der Elz zwischen Köndringen und Riegel. Der grüne Umweltminister besuchte am Mittwoch im Rahmen seiner Sommertour "vitale Gewässer" das Leuchtturmprojekt, das bald schon Nachahmer finden könnte. Untersteller sieht gute Chancen für eine Fortsetzung des Elz-Umbaus im Bereich zwischen Wasser und Kollmarsreute, wo das Land im Besitz der Flächen ist.

Dort wollen sich Emmendingen und Denzlingen an einer Folgemaßnahme beteiligen, um so ihr Ökokonto zum Ausgleich von Baumaßnahmen aufzubessern. Derzeit laufen die Vorplanungen, im Herbst soll die europaweite Ausschreibung beginnen. "Das Geld ist nicht das Problem, es fehlt allein am Personal für die Planung", sagte der Minister auf BZ-Nachfrage beim Vorort-Termin. Zahlreiche Stellenausschreibungen in den zuständigen Gewässer-Behörden blieben bislang unbesetzt: "Es meldet sich einfach keiner". Was die Finanzierung solcher Projekte angehe, die den einst begradigten Flüssen ihren natürlichen Charakter zurückgeben sollen, sei die Lage entspannt. Mit der Finanzministerin habe er vereinbart, dass die Einnahmen aus der Erhebung des Wasserentnahmeentgelts komplett für Renaturierungsmaßnahmen und Hochwasserschutz verwendet werden, dafür aber keine weiteren Gelder aus dem Landeshaushalt nötig seien. Das ermögliche dem Umweltministerium weitere solcher Projekte umzusetzen. Für Gewässer zweiter Ordnung gewährt das Land künftig bis zu 85 Prozent Zuschüsse. Potenzial gibt es genug: Laut Referatsleiter Michael Ortlieb vom Landesbetrieb Gewässer sind im Regierungsbezirk Freiburg von 720 Flusskilometern noch 500 Kilometer begradigt und eingedeicht.

Wie sich die von Menschen gemachte Natur in kürzester Zeit positiv entwickelt, davon konnte sich Untersteller in Begleitung der Abgeordneten Alexander Schoch und Peter Weiß, der Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker (Teningen) und Daniel Kietz (Riegel) und einiger Behördenvertreter auf einer geführten Tour mit dem E-Bike ein Bild machen. Flussmeister Bernd Walser erläuterte die Umbaumaßnahmen, die der Elz auf einem Abschnitt von 3,5 Kilometern erlaubt, "sich auszutoben". Der Minister war beeindruckt: "Es macht Spaß zu sehen, was heute im Umweltbereich erreicht werden kann, wenn alle mitziehen".