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21. November 2008
Perlen abseits der Hauptstraße
Benefizkonzert zugunsten herzkranker Kinder überzeugt
EMMENDINGEN. Dieses Konzert hat die Prädikate bemerkenswert und außergewöhnlich verdient. Nicht nur, weil die Gäste (darunter erfreulich viele Kinder) des Benefizkonzerts zugunsten der Elterninitiative herzkranker Kinder in der Pauluskirche ein absolut enthusiastisches, beifallfreudiges Publikum waren. Auch das Programm, voller selten gehörter Perlen abseits musikalischer "Hauptstraßen", bot musikalische Edelsteine von hoher, zuweilen höchster Qualität.
Ania Daroch und Agata Riley begannen mit der Sonate Nr. 5 von Jean-Marie Leclair für zwei Violinen. Das ist kein harmloses Violinduettchen, sondern wirklich eine ausgewachsene, an manchen Stellen auch nicht ganz leichte Sonate. Schön, wunderbar schlicht, der langsame zweite Satz. Auch der nächste Programmpunkt war eine Rarität: Vier schottische Volkslieder, instrumentiert von Ludwig van Beethoven – eigentlich für Singstimme und Klaviertrio. Agatha Riley, Tomasz Daroch (Cello) und Maria Daroch (Klavier) musizierten mit Elliot Riley, dessen warmes, schönes Altsaxophon die Singstimme übernahm. Die dritte Rarität schließlich war eine Suite des Geigers Adolf Busch für Violine und Saxophon: Die Uraufführung, wusste Elliot Riley zu berichten, spielte Rudolf Serkin, bekanntlich einer der wichtigen Pianisten des vorigen Jahrhunderts – und offensichtlich ein ambitionierter Hobbysaxofonist. Geige und Altsaxofon hört man selten miteinander, es ist ein schöner, weicher Klang.
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Pablo der Sarasate ist heute vor allem wegen seiner Zigeunerweisen für Violine und Orchester bekannt. Höllisch schwer, unglaublich leidenschaftlich, und weit mehr als nur ein Schmachtfetzen. Aber: Keine der beiden Geigerinnen musizierte, Tomasz Daroch, gerade einmal 19 Jahre alt, spielte den Sarasate auf dem Cello. Und das war, ohne Zweifel, der Höhepunkt dieses Konzerts – genau dosierte Leidenschaft, souverän bewältigte Klippen technischer Art (rasende Läufe, Pizzicati mit der linken Hand, Flagolet-Passagen, die bis auf einen Ton sämtlich klappten), alles stimmte, auch die souveräne Begleitung von Maria Daroch, die aus dem bescheidenen Klavier das Bestmögliche herausholte. Die beiden wurden völlig zu recht enthusiastisch gefeiert.
Zum Schluss dann Piazzolla: Sein Tango "Oblivio", in einer Bearbeitung für Klaviertrio. Die drei Daroch-Geschwister legten eine absolut glaubhafte, ins Ohr gehende, leidenschaftliche Interpretation dieses Tangos vor – nur durch den Raum schwebende Tanzpaare fehlten noch. – Viel Beifall und Blumen aus dem Publikum am Ende dieses sehr außergewöhnlichen Konzerts. http://www.herzklopfen-ev.de
Autor: Frank Berno Timm


