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22. August 2011 12:36 Uhr

Projekt gegen Kinderlähmung und für Kleinbauern

Rotary Emmendingen-Breisgau möchte mit Kaffeeverkauf den Kampf gegen die Kinderlähmung unterstützen. Der hiesige Rotary-Club hat dafür 800 Kilo Kaffee in El Salvador eingekauft. Jedes Kilo bringt neun Euro für den guten Zweck ein. Der erwartete Gewinn aus der Verkaufsaktion von gut 7000 Euro kommt der weltweiten Rotary-Initiative "End Polio Now" zugute.

  1. Rotary-Mitglied Wilfried Gehart stapelt den Kaffee in seiner Garage in Lahr Foto: Privat

Mit von der Partie ist die Stiftung von Bill und Melinda Gates. Diese Stiftung hat vor gut drei Jahren 355 Millionen US-Dollar an Rotary International für den Kampf gegen Polio überwiesen und Rotary hat sich verpflichtet, bis 2012 weitere 200 Millionen US-Dollar dafür zu sammeln.

Rotary Emmendingen-Breisgau hat schon Erfahrung mit dem Kaffeeverkauf. Im vergangenen Jahr konnten rund 1600 Euro aus dem Verkauf von peruanischem Kaffee für "End Polio Now" überwiesen werden. Doch dann versiegte diese Kaffeequelle. So machte sich Alt-Präsident Christoph Bollinger auf nach Mittelamerika, um direkt bei den Erzeugern eine Kaffeequelle aufzutun. Dabei ging es darum, Produzenten von ökologisch angebauten Kaffee zu finden. Auch sollten die dortigen Kaffeebauern und ihre Organisation den Kaffee rösten und vakuumiert verpacken können. Damit bleiben diese Schritte der Wertschöpfung in Mittelamerika, dessen Bevölkerung mit den Folgen von Bürgerkriegen schwer zu kämpfen hat. "Damit leisten wir weit mehr als jedes Fair-Trade für die dortigen Kaffeebauern", so Bollinger. Da die Veredelung vor Ort stattfindet, wird der rohen Bohne zudem der Transport nach Europa erspart, was sich positiv aufs Aroma auswirkt.

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Fündig geworden ist Bollinger in der Sierra de Apaneca von El Salvador. Dort wird der Kaffee von Kleinbauern in 1200 Meter Höhe angebaut. "Nirgendwo sonst werden Sie einen so natürlichen und edlen Kaffee finden, der als einer der besten Kaffees überhaupt gilt", so Bollinger. Damit er den hiesigen Geschmack trifft, hat man bei Rotary Verkostungen organisiert. Dabei hat man sich für einen Arabica Bourbon als Filterkaffee und Espresso entschieden, die jetzt verkauft werden.

"Mit unserem Kaffee schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir helfen den dortigen Kaffeebauern und können pro Kilo neun Euro sammeln, damit Kinder gegen Polio geimpft werden", findet Regina von Maydell, Präsidentin von Rotary Emmendingen-Breisgau.

Der Kaffeeverkauf ist gut angelaufen. Auch die Beziehungen für kommende Kaffeekäufe sind geknüpft. "Die Infrastruktur ist jetzt da", sagt Bollinger. Dafür hat er Lehrgeld bezahlen und viel Zeit aufwenden müssen. Der Kampf mit den Transportunternehmen und dem Zoll hat gezeigt, dass für ein solches Projekt mehr nötig ist als die gute Idee.

Die Allianz von Rotary International, Weltgesundheitsorganisation, Unicef und US-Gesundheitsbehörde arbeitet seit rund 20 Jahren daran, die Welt von Kinderlähmung zu befreien. Indem mit etwa 800 Millionen US-Dollar Rotary-Geldern die Impfung von zwei Milliarden Kindern mitfinanziert wurde, ist die Zahl von Neuinfektionen von 350 000 im Jahr 1988 auf 1600 im Jahr 2008 gesunken. Die Welt ist weitgehend Polio-frei, nur Nigeria, Afghanistan, Pakistan und Indien gelten noch als gefährdet. Wenn Kinderlähmung als ausgerottet erklärt wird, sollen mit dem Kaffeeverkauf weitere gute Zwecke finanzieren werden", sagt Maydell.

Info: Den Rotary-Kaffee gibt’s in Emmendingen in der Buchhandlung Sillmann (Theodor-Ludwig-Straße 24-26) und in Kenzingen in der Stadtapotheke (Eisenbahnstraße 12).

Autor: iwi