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30. August 2010 15:19 Uhr
Rotes Kreuz reagiert auf Kritik
Rettungsfristen werden verkürzt
Die im Rettungsdienst gesetzlich vorgeschriebenen Rettungsfristen werden auch im Landkreis Emmendingen möglichst eingehalten. Mit dieser Feststellung reagierte Jochen Hilpert, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), auf einen kürzlich in der Presse vorgestellten Qualitätsbericht der Rettungsdienste in Baden-Württemberg. Darin war auch der Landkreis unter den Regionen genannt worden, in denen der Notarzt später zum Einsatzort kommt, als es eigentlich das Gesetz erlaubt.
"Beim Einsatz mit Rettungswagen wurde die Rettungsfrist von uns schon immer eingehalten", sagte Hilpert bei der Vorstellung des DRK-Jahrbuchs für 2009/2010. Danach ist im Rettungsdienstplan des Landes vorgeschrieben, dass die Rettungssanitäter in mindestens 95 Prozent aller Notfalleinsätze binnen 15 Minuten am Einsatzort sein müssen. Hilpert räumte ein, dass dies allerdings beim Einsatz der Notärzte im Landkreis nicht immer der Fall gewesen sei. Insbesondere der lange Winter mit viel Schnee habe hier auch eine Rolle gespielt.
Inzwischen habe sich die Lage bei den Ausrückzeiten der Notärzte allerdings deutlich verbessert. Im vergangenen Quartal habe man im Kreisverband bereits eine Quote von 93 bis 94 Prozent binnen einer Viertelstunde erreicht und liege mit diesem Wert deutlich über der landesweiten Quote von 91,7 Prozent.
Zu dieser Verbesserung beigetragen hätten zahlreiche Maßnahmen, die im Bereichsausschuss, in dem auch die Kostenträger mit am Tisch sitzen, beschlossen worden seien. So wurde das sogenannte "Rendez-vous-System" aufgegeben, wonach sich die Fahrer der Notarztwagen beim Emmendinger Kreiskrankenhaus mit den jeweils diensthabenden Notärzten getroffen hatten. Nun sind die Einsatzfahrzeuge für Notärzte direkt an der Klinik stationiert, wodurch kostbare Zeit gespart werde. Auch würden Notarzt und Helfer nun zeitgleich und nicht mehr nacheinander alarmiert. Außerdem seien im Kreiskrankenhaus organisatorische Maßnahmen getroffen worden, um die Ausrückzeit des Notarztes zu verkürzen. Auf bis zu 45 Sekunden schätzt Jochen Hilpert die so gewonnene Zeit.
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Um die Vorgaben möglichst genau zu erfüllen, will der DRK-Kreisverband künftig auch auf den häufigeren Einsatz der Luftrettung setzen – "je nach Verfügbarkeit und Indikation", schränkt Hilpert ein. Denn in der Region stehen mit Freiburg und Villingen-Schwenningen nur zwei Rettungshubschrauber zur Verfügung. Weitere müssten von Basel oder Karlsruhe angefordert werden.
Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis insgesamt 3097 Notarzteinsätze, mit dem Einsatzfahrzeug waren es 2777. Der Rettungswagen wurde 10 319 Mal angefordert – gegenüber 2008 mit 6497 Einsätzen eine deutliche Steigerung. In 54 Fällen wurden Patienten mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik transportiert. Ein Jahr zuvor waren es noch 41 Helikoptereinsätze. Die Integrierte Leitstelle des Roten Kreuzes in Emmendingen betreut auf einer Fläche von 680 Quadratkilometern rund 157 000 Einwohner.
Autor: wal
