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20. Januar 2010

Schiewer als prominenter Fürsprecher

Der Rektor der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität besuchte das Deutsche Tagebucharchiv.

  1. Besuch vom Rektor der Freiburger Universität, Professor Hans-Jochen Schiewer (rechts), bekam das Tagebucharchiv. Foto: Gerhard Walser

EMMENDINGEN. Das Deutsche Tagebucharchiv hat einen neuen prominenten Fürsprecher: Sichtlich beeindruckt von der Arbeitsleistung der vielen freiwilligen Helfer und vom Bestand des Archivs zeigte sich bei einem Besuch in Emmendingen der Rektor der Freiburger Universität, Professor Hans-Jochen Schiewer.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern, Oberbürgermeister Stefan Schlatterer und der Leiterin des Archivs Frauke von Troschke ging es im wesentlichen um Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Fakultäten der Albert-Ludwigs-Universität. Vor allem der schnellere und effektivere Zugang der in Emmendingen gesammelten Aufzeichnungen und Dokumenten für die wissenschaftlichen Arbeit der Studenten über das Internet stand im Mittelpunkt des Besuchs, an dem auch der frühere Leiter des Marbacher Literaturarchivs, Professor Ulrich Ott teilnahm.

Die wissenschaftliche Erschließung des "Emmendinger Schatzes" sei ihm ein Anliegen, meinte Schiewer, der bei seiner Stippvisite ohne Absprache plastisch vor Augen geführt bekam, dass das Archiv schon heute von Freiburger Studenten rege genutzt wird: Ein Uni-Seminar angehender Historiker nahm im Lesezimmer Bestände zum ersten Weltkrieg unter die Lupe. Schiewer will zum einen als "Multiplikator" den Kontakt zwischen DTA und den Fakultäten intensivieren und sich zum anderen für Forschungsgelder für eine wissenschaftliche Erschließung – etwa aus dem Topf der Deutschen Forschungsgesellschaft verwenden. Dies bezeichnete der Rektor als "relativ chancenreich".

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Mit einem Katalog der gesammelten Bestände im weltweiten Datennetz sei es möglich, neue Nutzerkreise zu erschließen, meinte Kultur-Fachbereichsleiter Hans-Jörg Jenne. Bisher werden im Tagebucharchiv die eintreffenden Dokumente von einem freiwilligen Helferkreis gesichtet, gelesen und katalogisiert – "eine ganz einmalige Struktur", wie Rektor Hans-Jochen Schiewer sichtlich beeindruckt feststellte. OB Stefan Schlatterer und Frauke von Troschke plädierten im Gespräch dafür, das bisher erfolgreiche System der Ehrenamtlichen zu erhalten, "es aber weiter zu professionalisieren".

Letztlich ist die Frage der wissenschaftlichen Erschließung der Emmendinger Tagebuch-Bestände über moderne Forschungs-Datenbanken auch eine Frage der Kapazität und der angestrebten Strategie. "Je bekannter Sie werden, desto mehr werden Sie an ihre Grenzen stoßen", gab Schiewer zu bedenken. "Wie viel systematisch erschlossene Wissenschaft wollen Sie zulassen?" – dies sei die Grundsatzentscheidung, die das Tagebucharchiv vorab treffen müsse.

Autor: Gerhard Walser