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22. Dezember 2009 16:18 Uhr

Benefizkonzert der Fritz-Boehle-Schule

Schüler und Pauker trommeln für Tafeln

  1. Benefizkonzert: Werner Englert und Tino Gonzales geben den Takt an. Foto: Andreas Schmieg

  2. Ines Meyer und Aline Koch von der Schülerband „Spitfire“ in Aktion. Foto: Andreas Schmieg

  3. Organisator Sebastian Lorenz (li.) und Boris Lau. Foto: Andreas Schmieg

  4. Die Lehrerband U-Turn mit einer Showeinlage zur Schweinegrippe. Foto: Andreas Schmieg

  5. Rebecca Lüdecke und Susanne Quitsch. Foto: Andreas Schmieg

  6. Lehrerband "U-Turn". Im Vordergrund tanzt die Schülerband "Spitfire". Foto: Andreas Schmieg

"I got my mojo working". Tino Gonzales ruft singend in die Menge. Der in Chicago aufgewachsene Musiker steht auf der Bühne und gibt zusammen mit seiner fünfköpfigen Blues-Band alles. Zurück kommt ein Echo: Von Schülern der Fritz-Boehle-Werkrealschule."Raus aus der Kreidezeit": Das Motto am Montagabend ist klug gewählt. Es verrät spielerisch den Zweck des Konzerts in der in der Fritz-Boehle-Halle: Geld für neue moderne computergestützte Tafeln, sogenannte Whiteboards, zu erspielen, die in der Ganztagesschule zukünftig zum Einsatz kommen sollen.

Denn die Stadt Emmendingen allein könne, so Oberbürgermeister Stefan Schlatterer – Schirmherr des Abends – nicht alle Ausstattungswünsche erfüllen. Man investiere bereits 4,5 Millionen Euro in den Umbau der Fritz-Boehle-Schule. Nachdem Schulsprecher Ilja Wunder und Informatiklehrer Sebastian Lorenz die Bürgerstiftung der Stadt von der Anschaffung eines "Whiteboards" überzeugen konnten, möchte die Schule auch für die anderen Klassenzimmer neue Tafeln.

Beim Konzert werden von den Schülern aus Holz gefertigte Dominosteine verkauft; Eltern, Lehrer und Schüler erhoffen sich Spenden für die gute Musik. Tino Gonzales ist nicht der einzige musikalische Gast des Abends: Groß umjubelt ist besonders "Spitfire", die Schülerband der Fritz-Boehle-Schule, die sich extra für das Benefizkonzert gegründet hat. Seven Nation Army von The White Stripes oder Zombie von den Cranberries bringen den Bandmitgliedern viel Applaus und Jubelrufe ein.

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Besonders viel Spaß haben Rebecca Lüdecke am Bass und Susanne Quitsch am Keyboard: Sprünge und beinahe dauerhaftes Headbangen zeugen von Musikalität. Ines Meyer und Aline Koch geben den Liedern ihre Stimmen, während Ramona Gutjahr den Gitarrensound liefert. Robin Liebrenz, neben Patrick Pulter am Schlagzeug, macht nach dem Auftritt einen sehr zufriedenen Eindruck.

Das freut auch den Blues-Musiker Gonzales, der mit den Schülern dreimal geprobt hat. Obwohl er noch kein Wort Deutsch spricht. "Man merkt, dass Musik sein Leben ist", sagt Schlagzeuger Robin. "Ich hatte immer Schwierigkeiten mit der bass drum, da hat er mir gesagt, dass ich mit dem Kopf oder Fuß mitgehen muss." Für Gonzales selbst ist das Benefizkonzert eine gute Möglichkeit, den Schülern seine Freude an der Musik zu vermitteln. "In der Schule lernen die Kinder, sich korrekt zu verhalten, aber das darf nicht alles im Leben sein. Ich möchte mit der Musik eine Alternative bieten. Die Kinder müssen auch Spaß haben können", sagt der international bekannte Musiker. Und er verspricht, die Zusammenarbeit mit den Schülern weiterzuführen. "Wir machen das zu einem jährlichen Event." Über eine solche Art von Bildung freuen sich Edeltraut und Ottmar Liebrenz, die Eltern des Schlagzeugers Robin: "Dabei gibt es eine soziale Komponente, die sonst etwas fehlt." Besonders angetan zeigt man sich überdies von der musikalischen Leistung der Lehrerschaft. Denn auch die späteren Nutzer der neuartigen Tafeln tragen an diesem Abend ihren Teil zum Benefizkonzert bei: Die Band "U-Turn", bestehend aus mehreren jungen Lehrerinnen und Lehrern – darunter auch der Organisator des Abends Sebastian Lorenz – macht ein sehr gutes Konzert. "Ain’t no sunshine when she’s gone", "Do you really want to hurt me" oder "Good bye my love good bye”: Schüler beginnen eine Polonaise durch die Halle und einige Eltern schwingen das Tanzbein. "Die Lehrer sind deutlich über ihr normales Engagement hinaus tätig", lobt Ottmar Liebrenz.

Einen ungewöhnlichen Auftritt legen Schulsprecher Ilja Wunder und Falko Teufel in der Pause hin. Beim Beatboxen, dem Imitieren von Schlagzeugrhythmen mit dem Mund, treffen die beiden Schüler in einem kleinen Duell aufeinander, das schließlich Falko Teufel für sich entscheiden kann: Er schafft es sogar, über seinen Rhythmus noch eine Melodielinie zu legen: Jingle Bells als Beatbox-Version bekommt man nicht alle Tage zu hören.

Autor: Andreas Schmieg