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03. Juli 2010
Schule einmal anders
Die Kiwanis-Ferienschule soll Emmendinger Schülern helfen, vorhandene Defizite abzubauen.
EMMENDINGEN. Schule einmal völlig stressfrei erleben und dabei vorhandene Defizite aufzuholen – das ist Ziel der "Kiwanis-Ferienschule", die in den Sommerferien bis zu 80 Schülern aller Emmendinger Schulen von der 5. bis 10. Klasse offen steht. Das Projekt in Trägerschaft des Diakonischen Werks wird an der Markgrafenschule umgesetzt und dauert fünf Wochen. Der Serviceclub Kiwanis sorgt für die Finanzierung und sucht dafür noch Paten.
Das Projekt geht zurück auf die "Sommerschule", die bereits im vergangenen Jahr an der Markgrafen-Realschule organisiert wurde und "voll eingeschlagen hat", wie Petra Zai-Englert berichtet. 49 Schülerinnen und Schüler hatten dort wochenweise ihren Lernrückstand aufgeholt, um die gefährdete Versetzung doch noch zu ermöglichen. "Die Kinder hatten einen Riesenspaß in den Kleingruppen", so die Schulsozialarbeiterin. Mit düsterem Gesicht seien sie am ersten Tag der Ferien in die Schule gekommen, aber bald gemerkt, "dass das was ganz anderes ist, als sie gedacht hatten": Kein Nachsitzen, sondern freiwilliges und außergewöhnliches Lernen mit praxisnahen Übungen und jede Menge Freizeitspaß nebenbei.Werbung
Und am Ende stand der Erfolg: Die meisten der nur auf Probe versetzten Schüler schafften den Sprung ins neue Schuljahr. Gleichzeitig sei ihr Selbstwertgefühl gestärkt worden, glaubt Petra Zai-Englert, die sich außerhalb ihres Deputats für das Projekt "Ferienschule" engagiert.
Nach den positiven Erfahrungen mit dem Probelauf der Sommerschule, soll das Projekt jetzt auf eine breitere Basis gestellt und auf Schülerinnen und Schüler aller Emmendinger Schulen ausgeweitet werden, kündigt Meinhard Schamotzki, Geschäftsführer des Diakonischen Werks an. Die Stadt stellt Schulräume und Endreinigung zur Verfügung, das Diakonische Werk übernimmt die Trägerschaft und sorgt für die Lernbegleiter, der Kiwanisclub tritt als Sponsor auf und sucht weitere Paten. "Das passt hervorragend zu unserem Motto, Kinder in der Region zu fördern", sagt Jürgen Henninger, bis vor wenigen Tagen Präsident des Emmendinger Clubs.
Die Kiwanis-Ferienschule soll am 9. August im Ostflügel der Markgrafen-Realschule starten und fünf Wochen lang immer montags, mittwochs und freitags zwischen 10 und 13 Uhr stattfinden. "Es bleibt also noch genügend Zeit zur Erholung", so Henninger. Sie kostet die Teilnehmer einen Eigenanteil von 12 Euro pro Woche und kann auch wochenweise gebucht werden. Unterrichtet wird in Kleingruppen von vier bis fünf Schülern von Lernbegleitern, die vom Emmendinger Lernstudio Möller in Lerntechnik und Konzentrationstraining auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Dabei soll Lernen anders erlebt und vorhandene Lernblockaden gelöst werden. "Schüler sollen neugierig werden und lernen, im Team Lösungen zu finden". Zusätzliche Angebote wie Improvisationstheater und Schreibwerkstatt gibt es in der Ferienschule ebenfalls. "Denn auch Körperarbeit hilft Jugendlichen selbstbewusster zu werden", weiß Georg Metzger, einer der Projektverantwortlichen bei Kiwanis.
Kiwanis wird für die Finanzierung des Projekts unter anderem den Erlös eines Benefiz-Golfturniers verwenden. Jürgen Henninger sieht auch ein Potenzial für eine Erweiterung im kommenden Jahr: "Es ist von uns in jedem Fall als langfristiges Projekt gedacht". Für Kiwanis könnte es sogar deutschlandweit zum "Pilotprojekt" werden. Zur weiteren Unterstützung werden für die Ferienschule noch Paten gesucht, die einzelnen oder mehreren finanziell schlechter gestellten Schüler den Besuch ermöglichen.
Kontakt und Anmeldung: Petra Zai-Englert. Schulsozialarbeit Markgrafenschule: zaiengl@rs-em.de oder Diakonisches Werk Emmendingen, Tel. 07641/918514.
Internet: http://www.kiwanis-em.de
Autor: Gerhard Walser
