Schunkeln und Tanz

Dieter Erggelet

Von Dieter Erggelet

Fr, 13. Oktober 2017

Emmendingen

Beim Seniorennachmittag in der Fritz-Boehle-Halle in Emmendingen spielten neben Vergnügen auch Infos über Anlaufstellen eine Rolle.

EMMENDINGEN. Für mehr als 400 Menschen war trotz herbstlichem Bilderbuchwetter das Tanz-Kaffee für Senioren am Mittwoch in der Fritz-Boehle-Halle ein Ort der Begegnung um unbeschwerte Stunden zu genießen. Gastgeber war bereits zum 44. Mal die Stadtverwaltung Emmendingen.

Sina Menard von der Stadt und ihr Team hatten ein abwechslungsreiches Programm aus Unterhaltung und Informationen zusammengestellt. Das Team hinter den Kulissen war groß. Der DRK Ortsverein Emmendingen übernahm beispielsweise neben der Bewirtung teilweise den Fahrdienst für die Gäste, die nicht so gut zu Fuß waren. Seit Jahren sind die Waldkircher Tanzrhythmiker unter der Federführung von Thomas Kammerer für Musik aus den 1920er bis 1960er Jahren zuständig. "Wir werden heute etwas Tanzbares spielen", versicherte Kapellmeister Kammerer. Mit viel Beifall begleitet war der temperamentvolle Showtanz der Dancing-Seven – einer Tanzgruppe aus der Fritz-Boehle-Werkrealschule unter der Leitung von Ute Seckinger und Henry Motra.

Charmant und redegewandt führte Moderator und OB-Stellvertreter Joachim Saar durch das Programm. Er unternahm eine Zeitreise und erinnerte daran, was vor 75 Jahren bis in die Gegenwart in Emmendingen geschah. Beispielsweise als vor 50 Jahren das alte Gasthaus zum Löwen in Emmendingen abgerissen wurde und eines der ältesten Kinos Deutschlands, das Zentral-Theater in der Markgrafenstraße schloss.

Oberbürgermeister Stefan Schlatterer stellte die Leiterin des Familienzentrums, Sonja Schneider, und den Seniorenbeauftragten der Stadt Emmendingen, Johannes Baur vor. Beide erklärten dem Publikum, welche Dienste sie in ihren Arbeitsbereichen anbieten und wohin sich ältere Menschen in allen Lebenssituationen hinwenden können.

Als die über 90-Jährigen von den Stadträtinnen und Stadträten mit Blumen und Wein geehrt wurden, musste Hausmeister Karl-Ernst Nebinger Stühle anschleppen. Etwa 40 Altersjubilare waren da.

Auf der Tanzfläche ging es immer lebhafter zu. Die Herren legten bei den sommerlichen Temperaturen das Jackett ab um auf dem Parkett flott zu sein. Die Betreuerinnen aus den Emmendinger Einrichtungen bemühten sich auf rührende Weise und nicht nur auf der Tanzfläche um die Senioren. Sie zauberten vielen nicht nur wegen vertrauter Musik und des guten Kuchens wegens ein Lächeln auf das Gesicht. Quotenmann der Begleiter war Bernhard Metzger aus den Caritas-Einrichtungen. Er war mit etwa 20 Bewohnern gekommen.

Auf der Tanzfläche gab es ausreichend Gelegenheit bei zu Klassikern gewordenen Melodien und Schlagern, Erinnerungen Revue passieren zu lassen. Für den 88-jährigen Hans Larsch war der Seniorennachmittag eine Premiere. Seine Frau Erika war hingegen schon mehrmals dabei. Sein Namensvetter, der 92-jährige Hubert Larsch aus Waldkirch, ehemaliger Musiker der Waldkircher Tanzrhythmiker, freute sich seine ehemaligen Kollegen im Orchester wieder zu treffen. "Begeistert von diesem Nachmittag waren auch Dorothea Meironke und Hannelore Schröpf von der flotten Tanzmusik.

Ralf Steiger, Stimmungskanone, Tenor, Fasnachter und Fußballschiedsrichter zauberte mit sonorer Stimme die "Capri Fischer" in das Mikrophon. Bei dem Chanson über die kleine Kneipe an der Ecke, die einst von Peter Alexander besungen wurde, kam Wehmut auf. Beim Stimmungslied Rosamunde war Schunkeln angesagt.

Joachim Saar und Sina Menard stellten die Akteure hinter den Kulissen vor. Mit viel Beifall wurde das Team des DRK, Helfer der Pfarrei St. Bonifatius, die Azubis der Stadt und des Zentralen Betriebshof sowie viele freiwillige Helfer geehrt. Nadine Weis, im zweiten Ausbildungsjahr bei der Stadt Emmendingen, versicherte, dass ihr die Arbeit viel Spaß bereitet habe.

Info: Seniorenbeauftragter der Stadt Emmendingen: Johannes Baur, Tel.: 07641/452628; Familienzentrum Bürkle-Bleiche, Areal Fritz-Boehle: Sonja Schneider, Tel.: 07641/452812