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13. August 2017 14:49 Uhr

Come Together-Konzert auf dem Tafelberg

Sieben Stunden gute Musik für einen guten Zweck

Sieben Stunden gute Musik für einen gute Zweck, nämlich für die Teilhabe Bedürftiger über die Weihnachtsaktion der Badischen Zeitung, spielten am Samstagabend sieben Bands auf dem Tafelberg.

  1. Ein Höhepunkt: die Cadillac Blues Band Foto: Georg Voß

  2. Cadillac Blues Band Foto: Georg Voß

  3. Joe Fischer von der Cadillac Blues Band mit der Cigar-Box-Gitarre Foto: Georg Voß

  4. The Enshins Foto: Georg Voß

  5. The Oriental Voodoo Conference Foto: Georg Voß

  6. Ive and T.Bo Foto: Georg Voß

  7. Manuel Torres Duo mit Andy Wolk und Sänger Manuel Torres Foto: Georg Voß

  8. Nach und nach füllte sich der Tafelberg Foto: Georg Voß

  9. Stilvolle Atmosphäre auf dem Tafelberg beim Come Together Festival Foto: Georg Voß

  10. Aufruf zum Spenden mit der Gitarre Foto: Georg Voß

EMMENDINGEN. Zum Abend hin füllte sich der Tafelberg bei der neunten Auflage das Come Together Festival. Schätzungsweise kamen 1000 bis 1500 Besucher für sieben Stunden guter Musik. Rotes Licht aus großen Scheinwerfen verwandelte das weite Rund in der Arena in eine phantastische Atmosphäre. Bereits zum dritten Mal dient der alte Müllberg als unproblematische Spielstätte außerhalb der Innenstadt. Und das mit viel Atmosphäre und guter Infrastruktur.

Dazu spielten sieben Bands, mehr oder weniger aus der Regio, kostenlos. Immer ging eine alte unbespannte Gitarre herum, um Spenden zu sammeln für die kulturelle Teilhabe Bedürftiger im Rahmen der BZ-Weihnachtsaktion.

Aller Anfang ist schwer, doch den bewältigten die vier Musiker aus Ettenheim von "Out of the Box" mit ihrer Mischung aus Country, Folk und Bluegrass, mithin American genannt, mit Bravour. Angetrieben durch den Kontrabass, begleitet von Gitarren, Mandoline, Banjo und harmonischen Gesang, verdienten sie sich den ersten Applaus.

Jede Band hatte eine gute Dreiviertelstunde Spielzeit, damit alle sieben Bands bis zum Konzertende um Mitternacht auf die Bühne treten konnten. Der Umbau für den nächsten Aufritt und der unvermeidliche Soundcheck gestaltete sich angenehm kurz. Noch am Morgen hatten die Veranstalter mit dem Wetter gehadert. Doch es blieb trocken bis zum Schluss. "Geht das, im Gras zu sitzen", die bange Frage der Veranstalter. Zustimmendes Nicken vom Publikum. "Das hätten wir nicht gedacht."

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Weiter ging es mit einem Duo vom Feinsten an den Akustikgitarren, dem Manuel Torres Duo. Sänger und Songwriter Manuel Torres präsentierte handgemachte, selbstgeschriebene Stücke, in Begleitung von Andy Wolk, der auf der Akustikgitarre das eine oder andere herausragende Soli beisteuerte. Eine Ballade stand auch am Anfang: "I can even hear the Flowers grow."

Manuel Torres verwies auf seine Stimme, die ziemlich weg sei, daher spiele er nur noch Blues. Und der war vom Feinsten. "Ich hoffe, Ihr habt Spaß", hielt er den Kontakt zum Publikum aufrecht. Zum Schluss gab es eine Midtempo-Nummer "How many more Times", die noch gut abging. Manuel Torres widmete dieses Lied Atze, also Attila Gökdemir, der zum Veranstalterteam gehört und zum Abschluss des Come Together Festivals mit dem Konzert mit Atze/Datze die Musik von AC/DC kongenial zelebrierte und auf die Bühne brachte. Das Quintett um Sänger Thomas Zeller und Atze Gökdemir erweckte mit ansteckender Spielfreude und Musikalität die australische Hard-Rock-Band wieder zum Leben. "Let there be Rock." Beste Musik zum Abtanzen direkt vor der Bühne.

Ive and T.Bo, das sind die Sängerin Ivonne Cylok und der Singer/Songwriter T.Bo Gawer. Ihre unterschiedlichen Stimmen, die etwas raue von Whisky unterlegte Reibeisenstimme von T.Bo und die helle ausdrucksstarke Stimme von Ive, passen wunderbar zusammen, besonders eindrucksvoll bei "The Ballad of Johnny Lobo" im Stil von Kris Kristofferson und Johnny Cash. Von Kristofferson präsentieren sie "Me and Bobby McGee" und von Johny Cash das unvergessliche "Ring of Fire."

Beim Auftritt von The Oriental Voodoo näherten sich die Besucher langsam der Bühne. Die Musiker um Matthias Ambs an der elektrisch verstärkten Saz, Harald Wendle am Schlagzeug und Bassist Andreas Schmidt luden dazu mit ihrer kraftvollen Mischung aus Hardrock, Blues und Alternative dazu ein. Gefärbt durch den unnachahmlichen Sound der türkischen Laute, gewinnt ihre Musik an Dynamik und orientalischem Flair. Die Band ist ein würdiger Nachfolger der fast schon legendären 1973 gegründeten Alex Oriental Experience als musikalisches Vorbild.

The Enshins um Sänger und Bassist Daniel Gorzalka, mit den beiden Gitarristen Benjamin Knobel und Christian Schätzle sowie Daniel Barth, Gesang und Schlagzeug luden mit ihrem kurzweiligen Indie Rock’n’Roll ebenfalls zum Tanzen vor der Bühne ein. Ihr Sound klingt frisch mit Anklängen an den Beatles und U2. Sie beweisen, dass ihre selbstgeschriebene Musik nicht nur im Schlosskeller in die Beine geht. Insbesondere beim rockigen Abschlusslied "Echoes in my Mind" legten sich The Enshins noch mal so richtig ins Zeug.

Ein Highlight war die Cadillac Blues Band, die sich speziell dafür zu einem Revival zusammengeschlossen hat in der Besetzung Hansjörg Reichenbach (Drums), Ben Heusch (Gitarre), Gerhard Gerstle (Bass) und Joe Fischer, Gesang, Blues-Harp, Keyboard und der Cigar-Box-Gitarre, auf der sich auch prima Blues spielen lässt. Auch ihre Musik, reiner Blues, geht in die Beine, besonders "I’m ready", eine Coverversion des Klassikers von Willie Dixon, und das mitreißende "Chicken Farm" aus eigener Feder. Mit dem kraftvollen Blues war dann auch der Boden für den Schlussact Atze/Datze geebnet. Auf ein Wiederhören und Wiedersehen.

Autor: Georg Voss