Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. August 2015

"Super Weinfest, trotz Wetter"

Die Organisatoren ziehen nach vier Festtagen in der Innenstadt ein positives Fazit / Polizei spricht von ruhigem Wochenende.

  1. Traditionell der Abschluss des Weinfestes: das Feuerwerk am Montagabend. Foto: Dieter Erggelet

  2. Winfried Kretschmann auf dem Emmendinger Weinfest Foto: Patrik Müller

EMMENDINGEN. Mehr als 50 000 Besucher, um die 10 000 entkorkte Flaschen: Das Fazit der Weinfest-Organisatoren Andrea Schlenk und Andrea Jörger fällt positiv aus – obwohl es vereinzelte Regenschauer gab. "Es war ein super Weinfest, trotz Wetter", sagt Schlenk. Auch die Polizei zeigt sich zufrieden. "In Anbetracht der Besucherzahlen", erklärt deren Sprecher Walter Roth, "kann man aus polizeilicher Sicht von einem ruhigen Wochenende sprechen."

"Die Winzer sind höchst zufrieden", sagt Andrea Schlenk am Dienstag. Sie und Andrea Jörger sind die Geschäftsführerinnen der Breisgauer Wein GmbH, die das Fest veranstaltet. 20 Weingüter und Winzergenossenschaften hatten in der Innenstadt ihre Stände aufgebaut. Das Fest ist beliebt: Wer mitmischen will, muss einen Gesellschafteranteil kaufen – und deren Zahl ist begrenzt. "Es gibt eine Warteliste, zwei Winzer wollen dazu", sagt Schlenk. "Vielleicht sind sie nächstes Jahr dabei, vielleicht nicht."

Weincocktails liegen im Trend

Vor allem leichte Sommerweine gingen gut. Burgunder zum Beispiel, Rivaner, Müller-Thurgau. "Rotwein hat man nicht so oft in den Gläsern gesehen", sagt Jörger. Auch Weincocktails liegen im Trend: Ein Weingut mischte den Wein mit einer Fruchtmousse aus eigenen Beeren, ein anderes versetzte Secco mit Chilischoten – und verkaufte ihn gut gekühlt. Jörger: "Man muss mit der Zeit gehen. Die jüngere Generation fordert das."

Werbung


Winfried Kretschmann ist 67. Auch er stellte dem Weinfest nach seinem Besuch am Montag ein positives Zeugnis aus. "Er hat gesagt: ’Sie han e schönes Fest’", erzählt Andrea Schlenk. "Er hat sich das Feuerwerk angeguckt und ist noch eine halbe, dreiviertel Stunde geblieben."

Sie und Jörger führen eine interne Mängelliste. Auf der stehen etwa 35 Punkte, die im nächsten Jahr verbessert werden sollen. Die Absperrgitter im Goethepark zum Beispiel sind mit Kabelbindern verbunden, die immer wieder aufgezwickt werden, hier könnten Ketten eine Lösung sein. "Auf der Liste stehen aber auch Kühlwagen, die an einem Standort nicht so gut aussehen – oder Palmenkübel, die um einen Meter verschoben werden sollen", sagt Schlenk. Die Planungen fürs nächste Weinfest laufen schon, die erste große Nachbesprechung mit den Winzern soll im Oktober stattfinden – wenn die fertig geherbstet haben.

Die Organisatoren hatten einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt, zwölf Security-Leute patrouillierten. Dazu kamen Polizeibeamte, die im Einsatz waren. "Wir haben nur wenige Straftaten rund um das Festgelände verzeichnet", sagt Polizeisprecher Roth. "Es gab zwei Körperverletzungsdelikte, die zum Teil auf vorangegangenen Alkoholkonsum zurückzuführen sind." Außerdem kam es rund um das Festgelände vereinzelt zu Ruhestörungen durch "jugendliche Gruppierungen" – vor allem im Stadtpark. Zum Teil, erzählt Roth, mussten die Beamten Platzverweise aussprechen.

Kretschmann zu spät

Ministerpräsident Winfried Kretschmann kam mit zwei Stunden Verspätung auf dem Fest an. Er hatte sich nach einer kurzen Visite auf der Hochburg von seiner Wandergruppe verabschiedet und sich ins Hotel fahren lassen – laut BZ-Informationen wegen einer dringenden Telefonkonferenz zur Flüchtlingsfrage. Emmendingens Oberbürgermeister Stefan Schlatterer holte ihn gegen 19.30 Uhr im Feng Shui-Hotel Taome in der Unterstadt ab und eskortierte ihn auf das Festgelände. Kretschmanns Ehefrau Gerlinde hatte die Wandergruppe, die zur Mittagszeit in Waldkirch losgelaufen war, über die komplette Strecke begleitet – sie kam pünktlich an.  

Autor: pam

Autor: Patrik Müller