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10. November 2009 20:00 Uhr
Buddhismus in Emmendingen
Tibetische Nonnen legen ein Mandala
Die Besucher des Rathauses werden seit Dienstag mit einem ungewohnten Ritual konfrontiert: Sechs Nonnen eines buddhistischen Frauenklosters bei Katmandu legen im Foyer bis Samstag ein prächtiges Mandala aus buntem Sand, das Mitgefühl erwecken soll.
Dazu verwandelte sich der nüchterne Eingangsbereich des Verwaltungszentrums in einen tibetanischen Tempel: bunte Fahnen mit Gebetsstrophen, kunstvolle Wandteppiche, orangefarbene Tücher und ein Bild des Dalai Lama bestimmten die Szenerie als Kultur-Fachbereichsleiter Hans-Jörg Jenne die vielen Besucher – darunter auch eine Schulklasse der Markgrafen-Realschule – zum Eröffnungsritual begrüßte.
"Die Welt zu zeigen, die so klein geworden ist, aber doch so fremd", diese einmalige Gelegenheit biete sich den Emmendingern in den nächsten Tagen. Eine Begegnung mit einer anderen Kultur und Weltanschauung, vor allem mit Menschen, die man "hautnah" bei der Ausübung von religiösen Bräuchen beobachten könne. Dies passe auch hervorragend in den November, dem traditionellen Monat der Besinnung. Jenne, der die Gäste aus Tibet auch offiziell im Namen der Stadt begrüßte, hoffte auf spannende Gespräche und Begegnungen.
Die sechs "Dakinis" (Himmelsboten) machen auf ihrer Reise durch Deutschland und die Niederlande eine Woche lang in Emmendingen Station. Untergebracht sind sie im "Keramikhiesli" in der Unterstadt auf Einladung von Doris und Martin Kirschner, die vor einem Jahr selbst vor Ort von der vom Untergang bedrohten tibetischen Kultur fasziniert waren. Auch Walter Schüssele ist ein Kenner der Bräuche aus dem fernen Land im Himalaya.
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Er erläuterte den Besuchern die Hintergründe des Meditationsobjekts, das, unterstützt von Mantren (Gesängen) und Gebeten, Energie entwickeln und nach außen ausstrahlen soll. Im Mittelpunkt von konzentrischen Kreisen wohnt beim Mandala die Meditationsgottheit im Palast. "Chenrezi" steht dabei für Mitgefühl und Weisheit, den beiden Grundpfeilern des Buddhismus. "Wenn künftig alle Entscheidungen im Rathaus von noch mehr Mitgefühl und Weisheit getragen werden, ist das keine schlechte Sache", meinte der Emmendinger.
Info: Die Arbeit der Nonnen kann täglich während der Rathaus-Öffnungszeiten beobachtet werden. Mittwoch, 19.30 Uhr, berichtet Tibetkennerin Ashi Hunger in der ZPE-Festhalle über eine Pilgertour zum Berg Kailash. Am Donnerstag, 19.30 Uhr, geben die Nonnen am selben Ort in festlichen Gewändern und Masken Einblicke in klösterliche Rituale.
Autor: Gerhard Walser
