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04. September 2009

Triebfeder Kinder, Familie

Neue Stadträte: Ulrich Leser.

EMMENDINGEN (ja). "Chancen habe ich mir ausgerechnet, aber dass ich auf Anhieb gewählt wurde und mit so deutlichem Ergebnis, das hat mich erstaunt und sehr gefreut." Ulrich Leser, Diplomsozialarbeiter und auf der Liste der Grünen in den Gemeinderat gewählt, führt das darauf zurück, dass er mit seiner Familie gut vernetzt sei und sich wie seine Frau immer schon in Elternbeiräten engagiert habe.

Geboren wurde er 1969 in Freiburg, aufgewachsen ist er seit seinem dritten Lebensjahr in Emmendingen. Hier wohnte er auch während seiner Ausbildung an der Katholischen Fachhochschule Freiburg. Nach dem Studium reiste er für ein halbes Jahr nach Neuseeland: "Die maximale Entfernung von daheim – und es hat die richtige Mischung aus Natur und Zivilisation." Dort lernte er seine Frau kennen, die in Stuttgart lebte; deswegen nahm er dort seine erste Stelle an, im betreuten Wohnen für junge, wohnsitzlose Erwachsene. Denn für ihn stand schon immer fest, dass er mit jungen Menschen zu tun haben wollte.

Schon während seines Studiums hätte er sich gut die Stelle in der Kreisjugendarbeit vorstellen können, und als diese 2001 frei wurde, fiel der Familie der Entschluss zum Umzug leicht. Acht Jahre arbeitete Ulrich Leser in dieser Position und absolvierte daneben ein Master-Aufbaustudium Sozialarbeit. Jetzt arbeitet er in der Familien- und Erziehungsberatung im Landratsamt. Sein Hobby, für das er sich außer in der Stuttgarter Zeit auch immer Zeit genommen hat: Er spielt Schlagzeug bei den "Rolling Bones".

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Seine soziale Arbeit begreift er als politischen Job, doch zuvor, in einer Funktion, in der er viel mit Verwaltungen zu tun hatte, erschien ihm die Politik zu schwer vom Beruf zu trennen. Das sei jetzt anders, weil er mit Einzelfällen zu tun habe. Da seine Frau und er vier Söhne im Alter von drei bis neun Jahren haben, ist es "schon der Hammer, sich das aufzuladen" – aber andererseits braucht es seiner Ansicht nach im Gemeinderat Leute, die Kinder im entsprechenden Alter haben, junge Familien. Und so habe die Familienkonferenz entschieden, dass er die Zeit dafür haben solle. Die Belange von Jugendlichen, Kindern und Familien waren seine Triebfeder, zu kandidieren – und die Tatsache, dass er Ökologie als eine grundsätzliche Aufgabe sieht, "gerade, wenn man Kinder hat". So ergab sich der Kontakt zu den Grünen, deren Mitglied er nicht ist – "noch nicht".

Außerdem fehlt ihm in Emmendingen eine Sozialpolitik aus einem Guss – sie werde bei allen guten Ansätzen eher nach dem Motto gemacht, dass man dort etwas tue, wo am meisten geschrieen werde. Entscheidungen wie die Eisbahn möchte er sozial und ökologisch durchleuchten. Stichwort Eisbahn: "Ich bleibe deswegen aus der Stadt weg." Klar, die Kinder würden gern Eis laufen... "Die würden auch gern Auto fahren", meint er, der den Wagen lieber abschaffen würde. Aber ganz ohne Auto gehe es bei vier Kindern eben doch nicht.

Autor: ja