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12. Juni 2017

Tag des Tagebuchs

ÜBRIGENS: Das Archiv braucht Hilfe

Jahres- und Gedenktage gibt es mittlerweile ja für alles und jedes. Heute ist der Tag des Tagebuchs. Mit dem Tag, der zurückgeht auf den Geburtstag von Anne Frank, soll dazu ermuntert werden, persönliche Aufzeichnungen über das eigene Leben zu führen. Anne Frank bekam zu ihrem 13. Geburtstag am 12. Juni 1942 von ihrem Vater ein kleines Notizbuch geschenkt, in dem sie all das festhielt, was sie während der Zeit, als sie sich mit ihrer Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam vor den Nazis versteckt hielt, dachte und erlebte. Das Tagebuch der 1945 im KZ Bergen-Belsen umgekommenen Jüdin ist inzwischen ein historisches Dokument für den Schrecken des Holocaust. Dass das Schreiben von Tagebüchern Zeitzeugnisse und Erlebnisse einfacher Menschen vor dem Vergessen bewahrt, das zeigen die mittlerweile mehr als 18 000 Exemplare im Emmendinger Tagebucharchiv. Die deutschlandweit einzigartige gemeinnützige Einrichtung im Alten Rathaus wird im kommenden Jahr schon 20 Jahre alt und kämpft immer noch um die ihr zustehende Anerkennung und dauerhafte und verlässliche finanzielle Unterstützung. Nur dank vieler privater Förderer, Sponsoren und ehrenamtlicher Helfer ist die zentrale Anlaufstelle für Tagebuchautoren in der Lage, als wichtiger Gedächtnisspeicher auch für die Wissenschaft zu arbeiten. Höchste Zeit, dass das große Engagement auch von der Politik in Bund und Land endlich mit einer soliden Finanzspritze gewürdigt wird. Der Tag des Tagebuchs könnte ein Anlass sein, dem Emmendinger Archiv die erhoffte und dringend nötige Zukunftsperspektive zu verschaffen. Aber der Gedenktag wird ja bekanntlich Jahr für Jahr gefeiert.

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Autor: Gerhard Walser