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06. August 2010 07:51 Uhr

Emmendingen

Wie war’s bei …. Lokua Kanza beim African-Music-Festival?

Große Stimme, faszinierendes Ambiente – Lokua Kanza hat beim Auftaktabend zum zehnjährigen Jubiläum des African-Music-Festivals auf dem Emmendinger Schlossplatz begeistert. Doch zum wirklich großen Konzert fehlte das Publikum.

  1. Stimme mit Emotion pur - Lokua Kanza in Emmendingen Foto: Markus Zimmermann-Dürkop

Der erste Eindruck: Der 52-jährige Sänger will mit seinem Publikum engen Kontakt, denn seine Musik ist nicht nur Lebensgefühl: Lokua Kanza hat auch Botschaften, manchmal der ganz schlichten Art. Seid freundlich zueinander, schenkt euch ein Lächeln und zeigt Respekt gegenüber euren Müttern, seid ihnen dankbar. Das wirkt nicht kitschig, vielmehr aufrichtig.

Set-List: 15 Songs, vor allem aus dem sechsten Album. Lokua Kanza reist aber auch an die eigenen Wurzeln zurück, bringt mit "Juste un peu d’amour" und "Never lose your soul" Stücke der ersten CD. "Wapi Yo" darf, auch mit ein bisschen deutschen Text, nicht fehlen.

Die Musik: Was macht der eigentlich auf dem African Music Festival? Das Klischee von wilden Rhythmen und fliegenden Trommelklängen steht den sanften, träumerischen Melodien fast bipolar gegenüber. Leichte Gitarrenmelodien verzaubern genau wie der durchwegs harmonische, fein abgestimmte mehrstimmige Gesang. Percussion ist Klangmalerei, der Bass baut ein kaum spürbares Fundament. Fast schon meditative Atmosphäre, die langsam an Dynamik gewinnt, wäre da nicht die Stimme des Kongolesen, die zu weit mehr dient, als Worte zu formen. Ein eigenes, das intensivste Instrument, von großer emotionaler Tiefe und beeindruckender Ausdruckskraft. Von tiefem Schmerz bis zur ekstatischen Freude findet sich in ihr alles.

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Was in Erinnerung bleibt? Ein Künstler zum Anfassen, der keine zwei Minuten nach verlassen der Bühne das Hemd gewechselt hat und zum CD signieren auf den Platz kommt.

Was wir gerne noch gewusst hätten? Warum, wenn der Vorverkauf laut Veranstalter doch so gut lief, letztlich nur eine recht überschaubare Zahl an Besuchern auf den Schlossplatz kam. So schlecht war die Wetterprognose auch nicht.

Bewertung: 2+. Ein feinsinniges Konzert, sehr versiert abgemischt und stimmig ins Licht gesetzt. Ton und Licht harmonisch leise, keine Spur von Effekthascherei, auch nicht zum lebendigeren Finale hin. All das in einer friedlichen, durchweg respektvollen Atmosphäre, ohne das geringste Gedränge und Geschiebe.

Preis/Leistung: 12 Euro für rund eineinhalb Stunden Lokua Kanza, davor jedoch schon Trio Afrika mit dem Emmendinger Kulturpreisträger Werner Englert mit Afrika-Jazz und eine gute Stunde Emashie aus der Schweiz – keine Billigware zum Schnäppchenpreis.

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Autor: Markus Zimmermann-Dürkop