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14. September 2011

"Wir machen lebendiges Hörbuch"

Die 12. Lesenacht rund um den Schlossplatz soll mit ganz unterschiedlichen Beiträgen Lust an der Literatur wecken und pflegen.

  1. Bei der 12. Lesenacht lesen: Andrea Emmenecker, Regina Montesano, Jana Bührer, Rainer Glaser und Christina Hildebrand Foto: Sylvia-Karina Jahn

EMMENDINGEN. "Was wir machen, ist lebendiges Hörbuch", sagt Rainer Glaser, der am 24. September bei der 12. Emmendinger Lesenacht in der Mikwe den Roman "Ein Sommer aus Stahl" vorstellt. "Leselust trifft Hörgenuss" heißt das Motto, unter dem sechs passionierte Leseratten an vier verschiedenen Leseorten zu einem Streifzug durch die Literatur einladen. Bereits zuvor gibt’s in der Buchhandlung Sillmann ein Angebot für Groß und Klein: Andrea Sillmann liest aus Cornelia Funkes neuem Buch "Geisterritter."

Mit ihrer Lieblingslektüre wollen die Vorleser das Publikum fesseln, sagte Almut Langbein vom Schlosskellerverein. Dort beginnt und endet die Lesenacht. Von 20.30 Uhr an werden vier Leseblöcke geboten. Es gibt jeweils eine kurze Einführung, dann folgen vier Blöcke von je 20 Minuten. Im Museum, im jüdischen Gemeindehaus und in der Mikwe werden vier Passagen desselben Buches gelesen, im Lenzhäuschen präsentiert Bernhard Meier in den ersten beiden Blöcken bekannte und unbekannte Gedichte zeitgenössischer Autoren unter dem Motto "Ausflug mit der Achterbahn", dann stellt Jana Bührer zwei Kurzgeschichten aus Ferdinand von Schirachs "Verbrechen" vor. Das Buch habe sie unglaublich gefesselt, sagte sie, es rege zum Nachdenken an, weil es auch das Menschliche in den Verbrechen zeige. Die Geschichten sind wahr – das haben sie mit dem Buch "Patentöchter im Schatten der RAF" gemeinsam. Regina Montesano und Waltraud Künzler lesen es gemeinsam im Museum. Es schildert die Auswirkungen der RAF auf zwei Familien, die einander einst eng verbunden waren. "Es ist kein einfaches Buch", kommentiert Montesano. Sie findet vor allem die Sicht der Angehörigen beeindruckend. Da wird etwa erzählt, wie Julia Albrecht auf ihrem Schulweg täglich am Fahndungsplakat ihrer Schwester vorbeikam.

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Silvia Avallones "Sommer aus Stahl" könnte eine leichte, heitere Sommerlektüre sein, die das "Frühlingserwachen" zweier 14-Jähriger im Arbeiterviertel in Piombino schildert. Es lebt von empathischer Situationsbeschreibung – und gibt einen klaren Blick auf die Situation der Arbeiterfamilien, auf Probleme in der Ehe wie am Arbeitsplatz. "So leicht ist der Roman gar nicht", kommentiert Rainer Glaser das Buch seiner Wahl.

Christina Hildebrand liest "Liebeswahn" von Ian McEwan. Der schreibt, so findet sie, einfach saugut – und nimmt eine ungewöhnliche Geschichte als Ausgangspunkt: Ein Ballonabsturz hat für einen Helfer ein ungeahntes Nachspiel hat, das dessen Leben zu zerstören droht. Denn ein Mit-Helfer verliebt sich in ihn – und verfolgt den "Geliebten" mit seinen Annäherungsversuchen. Sie liest im jüdischen Gemeindehaus.

12. Emmendinger Lesenacht rund um den Schlossplatz, dort und im Schlosskeller Bewirtung von 19.30 bis 24 Uhr. 20 Uhr Einstimmung im Schlosskeller, ab 20.30 Lesungen im Halbstundentakt in Museum, Lenzhäuschen, jüdischem Gemeindehaus und Mikwe. Jeder Leseblock dauert rund 20 Minuten. Karten: 19 bis 20 Uhr im Schlosskeller oder im Vorverkauf in der Spielspirale und in der Buchhandlung Sillmann. Die Funke-Lesung für Jung und Alt dort beginnt bei freiem Eintritt bereits um 18 Uhr, für Musik sorgen Frank Goos und Freunde.

Autor: Sylvia-Karina Jahn