"Wir profitieren vom schönen Wetter"

Georg Voß

Von Georg Voß

Mo, 07. Dezember 2015

Emmendingen

An zwei Tagen lockte der Weihnachtsmarkt in der Lammstraße wieder zahlreiche Besucher an .

EMMENDINGEN. Sekt statt Glühwein: Zumindest in den Mittagsstunden bei schräg stehender Sonne und Temperaturen im zweistelligen Bereich war das kalte Getränk beliebter als das typische Weihnachtsgetränk. In diesem Jahr begann der große Weihnachtsmarkt der Aktionsgemeinschaft Lammstraße bei strahlendem Sonnenschein.

Der Nikolaus bringt für jedes Kind etwas mit. Die Rute bleibt unbenutzt, Knecht Ruprecht fehlt. Ebenso Schnee und Schlitten. Dafür soll der Weihnachtsmarkt mit den strohgedeckten Hütten einheitlicher und homogener wirken, erklärt Monika Wipfler, die Organisatorin der traditionellen Veranstaltung der Emmendinger Vereine und Schulen. "Es soll kein Flohmarkt sein", sagt sie.

Hin und wieder haben professionelle Händler ihre Zelte aufgeschlagen. Der Rotary-Club bietet wie jedes Jahr selbstgerösteten Kaffee an, der Erlös wird im Kampf gegen Polio eingesetzt. Zudem wirbt Christoph Bollinger für ein Fahrradprojekt in der Republik Südafrika: Äußerst stabile Fahrräder sollen an Schüler dort verteilt werden. "Es ist eine gute Stimmung hier", sagt Bollinger über den Weihnachtsmarkt.

Es gibt reichlich Weihnachtsgebäck, Brötchen und Linzertorte zu kaufen, außerdem werden Weihnachtsdekoration, Schnaps und Schupfnudeln angeboten. Auch im Angebot: Goufrais, kleine Gugelhupfstücke aus Schokolade mit einem Überzug aus Kakaopulver. Zumindest für diese Minidelikatessen braucht es Kühlung – die fangen bei hohen Temperaturen zu schmelzen an. "Die muss man kalt essen", sagt Roland Seidel vom Theater im Steinbruch. Er ist zufrieden mit dem Absatz der Goufrais und der selbstgebrannten Mandeln – und bewirbt zugleich "Die letzte Zigarre", eine Gesellschaftskomödie von Bengt Ahlfors. Das Stück wurde bereits auf der Maja-Bühne im Januar dieses Jahres mehrfach aufgeführt. Zudem stehen die Aufführungen für die diesjährige Freiluftsaison fest: "Münchhausen" unter der Regie von Simone Allweyer und als Kinderstück "Der kleine Ritter Trenk".

Das Theater im Steinbruch ist genauso wie die Eduard-Spranger-Schule oder die Esther-Weber-Schule mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt zu finden. Zum ersten Mal dabei ist die Kita am Mühlbach, die im Frühjahr 2015 ihre Pforten an der Werkhofstraße eröffnete. Isabell Dieckmann von der Krippenleitung weist auf die Linzer Torte und Weihnachtsplätzchen "Die haben die Kinder alle selbstgemacht", versichert sie. Das trifft ebenfalls auf das Lavendelbadesalz zu, das etwas abseits vom Selbstgebackenen steht.

"Der Umsatz war schon um zehn Uhr morgens da", sagt Monika Wipfler, die Organisatorin. Die Besucher sind bei dem sonnigen Wetter gut gelaunt. "Auch wir profitieren vom schönen Wetter", sagt Kornelia Stabenow vom Markt 15 der Diakonie, die zusammen mit Ruth Hofmann den Weihnachtsstand betreibt. "Die Kindersachen aus zweiter Hand werden gut angenommen", sagt Hofmann. Das gleiche gilt auch für die speziellen Nikoläuse, originalgetreu mit Bibel und Stab in der Hand und dem obligatorischen Kreuz auf der Mitra.

Bereits zum dritten Mal sind Jennifer Fechner und Severine Böcherer aus Emmendingen auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. Sie bieten selbstgemachte Pralinen an. "Das müssen Sie probieren. Unsere neuen Sorten sind Basilikum- und Walnusspralinen und das Magenbrot", sagt Severine Böcherer. "Wir produzieren ausschließlich für den Weihnachtsmarkt und fangen mit den Vorbereitungen schon im Oktober an."

Auch der Freundeskreis Asyl beim Café International bietet Selbstgebackenes an. "Die Weihnachtsbrödle haben die Flüchtlingskinder mit Hilfe ihrer Mütter gebacken", sagt Johanna Dold. Dazu gibt es Khaliet Al Nahel, ein herzhaftes salziges Gebäck aus Syrien. Sehr delikat sind auch die gefüllten Walnusstaschen, gegen eine Spende bekommen Besucher auch Baklava. "Der Türkische ist süßer", sagt Entessar Alakkad. "In Syrien lernen wir das von der Mutter und Oma."