Empörung über rechte Sprechchöre

dpa

Von dpa

Di, 11. September 2018

Deutschland

Regierung äußert sich zu Todesfall in Köthen / Details des Tathergangs noch unbekannt.

MAGDEBURG (AFP). Während nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen der genaue Tathergang noch unklar ist, gibt es neue Details zu den Tatverdächtigen. Einer der festgenommenen Afghanen sollte aus Deutschland abgeschoben werden, was aber zunächst wegen laufender Ermittlungsverfahren ausgesetzt wurde, wie Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) am Montag in Magdeburg sagte. Dem Obduktionsergebnis zufolge starb der 22-Jährige in der Nacht zum Sonntag an akutem Herzversagen. Er litt demnach an einer schweren Herzerkrankung. Es gebe keine Hinweise, dass es zu tödlichen Verletzungen durch Schläge und Tritte gegen den Schädel gekommen sei, sagte Keding. Vor dem Tod des Manns soll es in der sachsen-anhaltischen Stadt zu einer Auseinandersetzung zwischen mindestens zwei Afghanen und mindestens zwei Deutschen gekommen sein.

Am Abend zogen etwa 500 Menschen in einem Trauermarsch zum Ort des Geschehens, einem Spielplatz. Die Bundesregierung zeigte sich empört über die Auftritte von Rechtsextremen und "nationalsozialistischen Sprechchöre" in Köthen.