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25. April 2009

Ende einer Tradition: Akropolis adieu

Der erste griechische Wirt Freiburgs muss sein Lokal im Stühlinger nach Auseinandersetzungen mit der Verpächterin schließen

  1. 35 Jahre lang hat Lazaros Kirtsidis (links) das Akropolis geführt, zunächst in der Engelbergerstraße, seit 1983 am Klaraeck (oben rechts). Die Souvenirs aus Griechenland, mit denen die Gaststätte dekoriert ist (unten rechts), gibt’s jetzt im Ausverkauf. Foto: Thomas Kunz

  2. Foto: Thomas Kunz

  3. Foto: Thomas Kunz

STÜHLINGER. Er war vor 35 Jahren der erste griechische Gastwirt in Freiburg. Jetzt muss er gehen: Lazaros Kirtsidis schließt sein Restaurant Akropolis am Klaraeck, weil die Verpächterin ihm gekündigt hat. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit verabschiedet er sich von seinen Gästen. Am Sonntag ist die Wirtschaft mit dem mediterranen Flair zum letzten Mal geöffnet.

Traurig sieht Lazaros Kirtsidis in diesen Tagen aus. Beim BZ-Gespräch kann dem 63-jährigen Wirt nur der Fotograf ein kurzes Lächeln entlocken. 35 Jahre lang hat er zusammen mit seiner Frau Fotini die Gaststätte Akropolis im Stadtteil Stühlinger geführt, zunächst an der Engelbergerstraße und seit 1982 am sogenannten Klaraeck, Ecke Klara-/Wannerstraße. Im Januar 2007 hat ihm seine Verpächterin gekündigt. Dagegen hat er, unterstützt von seinem Sohn, der Rechtsanwalt ist, seither gekämpft – und zweimal vor Gericht verloren. Jetzt hat der Wirt aufgegeben und darüber seine Gäste auf Plakaten am Eingang informiert.

Seit Kirtsidis 1983 mit seinem Akropolis ans Klaraeck gezogen ist, hat sich hier wenig verändert. Auf der Speisekarte stehen nach wie vor die griechischen Klassiker mit viel Fleisch, Pommes, Tzatziki und Salat. Der Mittagsteller kostet heute 7,50 Euro. Die Wände sind reich dekoriert mit allerhand Souvenirs aus Griechenland, vom Fischernetz bis zur Vase im Antiklook, die jetzt wie das ganze Inventar im Ausverkauf zu haben ist. Die Außentische sind allerdings schon weg, erfährt die Nachbarin Brigitte Schweizer, die an diesem Donnerstag vorbeigekommen ist, um sich zu verabschieden. "Das Akropolis war im Stühlinger eine Institution", sagt sie, das Essen sei immer preiswert gewesen, hier habe man sich getroffen. Dass jetzt Schluss ist, findet sie sehr schade. So geht es vielen Stammgästen, die sich den Stühlinger ohne Akropolis gar nicht vorstellen können.

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Im griechischen Thessaloniki geboren, kam Lazaros Kirtsidis bereits 1962 nach Deutschland. In Stuttgart lernte er seine Frau kennen, 1974 zog die Familie nach Freiburg. Mit dem Akropolis eröffnete sie – zunächst in der Engelbergerstraße – das erste griechische Restaurant der Stadt. "Wir waren schon immer ein Familienbetrieb", sagt Kirtsidis, der selbst kocht, ausschenkt und kellnert. Neben seiner Frau haben in den vergangenen Jahren immer wieder auch seine vier Kinder und verschiedene Aushilfen mitgearbeitet.

Zweimal bekam der Wirt von der Eigentümerin des Hauses am Klaraeck einen auf zehn Jahre befristeten Pachtvertrag. Als dieser im Jahr 2003 auslief, wurde nur noch von Jahr zu Jahr verlängert. Seit 2006 sind Pächter und Verpächterin in einen Rechtsstreit verstrickt, kommuniziert wird nur noch über Anwälte. "Es gab Streit um viele Details, zum Beispiel um eine Dunstabzugshaube", sagt der Anwalt der Verpächterin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Tatsächlich sind die Räumlichkeiten der Gaststätte heruntergekommen, die Fenster notdürftig geflickt und die Toiletten veraltet. Die beiden Parteien geben die Schuld dafür jeweils der anderen.

Weil keine Einigung in Sicht gewesen sei, habe man den Pachtvertrag schließlich gekündigt, erklärt der Anwalt der Verpächterin. Diese will die Räume wieder an eine Gaststätte vermieten, Interessenten gebe es viele.

Für Lazaros Kirtsidis läuft die Räumungsfrist am 30. Juni ab. "Akropolis Adieu" wie im Schlager von Mireille Matieu heißt es aber schon am Sonntag. Und Kirtsidis sucht in Freiburg einen Ort, um ein neues Akropolis aufzubauen.

Autor: Heike Spannagel