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12. Juni 2009
Ausuferndes Vergnügen zwischen Sandsteinbögen und Flaschenlager
Erster Wein- und Kulturabend im Winzerhof / Spontane Dialoge der "Spontanellen" übertreffen sich gegenseitig an Ideenreichtum und Sprachwitz
ENDINGEN. . Was sich am Sonntag Abend zwischen Sandsteinbögen, Fachwerk, Flaschenlager, Schweinwerfern und Lautsprechern in Linders Winzerhof in Endingen abspielte, macht in jeder Beziehung Lust auf mehr. Die Lahrer Band "Orange Cue" eröffnete diesen ersten "Wein- und Kultur-Abend" im Winzerhof, der mit den Improvisationskünsten der "Spontanellen" aus Freiburg zu einem ausuferndem Vergnügen für die Zuschauer aller Generationen wurde.
Aus drei Frauen, drei Männern und dem Keyborder Andreas setzt sich die Improvisationstheatergruppe "Die Spontanellen" zusammen. Im wirklichen Leben arbeiten sie als Lehrer, Biologe, Ingenieur oder (unverkennbar) als Betreiber eines Pearcingstudios. Arne Busch von den Wyhler "Fishermännern" gehört auch zur Truppe und hat an diesem Abend unter anderem den Part des Moderators übernommen. Den gespielten Inhalt der jeweiligen Szenen, erklärt er, dürften die Zuschauer vorgeben. "Ihr sage, was mir brüche!"
Die Wahl fällt auf eine gebrauchte grüne Plastikgießkanne, die einer der Zuhörer in der Ecke entdeckt hat. In den Händen der Spontanellen verwandelt sich die Requisite szenisch wunderbar aufpoliert vom Pokal zum Maschinengewehr, in einen Thermomix, einen Vibrator und eine Posaune. Die spontanen Dialoge übertreffen sich gegenseitig an Ideenreichtum und Sprachwitz. Den Rest machen Mimik und Gestik. Das Publikum kreischt vor Vergnügen, manche trampeln vor Begeisterung auf den Boden, während die Spontanellen dermaßen angefeuert zur Höchstform auflaufen.
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Später wird ein "Gefühlscasting" improvisiert. Um die Besetzung im Film "In der Trotte wird gejodelt" wetteifern zwei Kandidaten, indem sie Gefühlsausbrüche simulieren, die ebenfalls von den Zuschauern vorgegeben worden sind. Zum Schluss überzeugt der entfesselte Charme des Schwarzwälders Franz Mahder Jury und Publikum gleichermaßen. Sogar musikalisch setzen die vielseitig Begabten Geschichten und Szenen um.
Musik aus unterschiedlichen Genres ist die Vorlage für Darbietungen zum Thema "Das Gebiss im Wasserglas": Einmal wird der Titel schmachtvoll als Operette dargeboten, einmal leidenschaftlich als Tango oder sogar in einer nonchalanten Jazz-Version.
Ronald Linders Versprechungen ("Der Himmel reißt auf!") bewahrheiten sich im Lauf dieses wunderbar vergnüglichen Abends. Die fünf ambitionierten Musiker von "Orange Cue" zaubern bis weit in die Nacht hinein Klangwelten zwischen Pink Floyd, The Doors und den Chilli Peppers.
Man darf gespannt sein auf die nächste Veranstaltung im Winzerhof "Wein und Politik nahe- und zusammengebracht" am Freitag, 24. Juli in Endingen.
Autor: Christel Hülter-Hassler
