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19. Mai 2009

Authentische Mundartmixtur

Gero Herr am Kaiserstuhl

  1. Gero Herr beim Mundartabend der Muettersproch-Gsellschaft im Königschaffhausener „Ochsensaal“. Foto: Christel Hülter-Hassler

ENDINGEN-KÖNIGSCHAFFHAUSEN. "Badisch Rotgold heißt mi Bänd" führt sich Gero Herr am Mundartabend im "Ochsensaal". So schillernd und umstritten wie das besagte Getränk komme sein Programm daher. Statt traditionstriefender Sinnsprüche präsentiert der gebürtige Ortenberger und in Freiburg lebende Liedermacher eine unterhaltsame Mundartmixtur aus dem Elsass, der Schweiz, vom Bodensee, dem Hochrhein und aus der Ortenauer Heimat.
"Jede Spielart des Dialekts hat seinen speziellen Zauber", ist Gero Herrs Überzeugung. Das Wesen der Menschen in den verschiedenen Landstrichen komme zum Ausdruck in ihren Liedern, ihren Gedichten und ihrer Sprache. Gero Herr hat "seine" Lieder sorgsam ausgesucht und er offeriert die Mundartkunst der "ganz Großen" wie Gerhard Jung oder des Schweizer Liedermachers Mani Matter genauso wie ziemlich unbekannte Texte und Weisen aus den verschiedenen Regionen.

Das Liedel "De Hans im Schnokeloch" serviert Herr in einer Version von Roger Siffer, der daraus den Stoff nahm für eine zeitkritische Parabel über die Zerrissenheit "vum moderne Hans". Von "Goschehobel" entlehnt er als Ein-Mann-Kapelle die "Telefonitis-Betrachtung" und von Stefan Graf die "Ballad vum große Kircheliächt". Manches hat er selbst mit alemannischem Text versetzt, zum Beispiel Sinatras "My way", was bei Gero Herr tönt: "Ich mach, was ich will!" Statt schwülstiger Schwarzwaldweisen singt er die doppeldeutige Version von Martin Schley und vom Schwarzwaldmädel schwärmt er badisch direkt: "Sii bruucht kei Trachtekleid, kei Bollehuet, sii duet mr guet." "Di hochditsch Schproch, des glaubt mr nitt, hett eifach s rechte Läwe nitt" lautet der Refrain eines Alemannenraps vom in Lahr lebenden Ludwig Hillenbrand. Das Publikum feuert ihn mit den Finger schnalzend im Sprechgesang an.

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Er sei alemannischer Liedermacher, "wo im Herze de Blues hett", gibt sich der musikalische Tausendsassa zu erkennen. Das Publikum ist begeistert und Gastgeber Josef Baumann als Vorsitzender der Muettersprochgruppe Kaiserstuhl-Tuniberg sehr zufrieden: "Mundart macht Lust – das hat dieser Samstagabend gezeigt"!

Autor: Christel Hülter-Hassler