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07. Februar 2012

BZ-SERIE: Bei den Leuten des Ando

  1. Die Jokili zählen zu den bekanntesten Figuren der alemannischen Fasnet. Foto: Martin Wendel

  2. Die Jokili zählen zu den bekanntesten Figuren der alemannischen Fasnet. Foto: Martin Wendel

Auch wenn Endingen rein geografisch gesehen am nördlichen "Ende" des Kaiserstuhls liegen mag, so hat der Name des Üsenbergerstädtchens natürlich nichts mit einem wie auch immer gearteten Ende zu tun. Zum wesentlichen Kern vor stößt, wie so oft, wer den Einheimischen einfach nur zuhört. Wie jeder Kaiserstühler weiß, wird der Name der Stadt Endingen von seinen Bewohnern nicht nur rein zufällig als "Andinge" ausgesprochen. Für dieses "And" finden sich gleich zwei Erklärungen. Das Badische Wörterbuch beruft sich auf einen historisch nicht näher bestimmbaren Ando oder Anto, der im 4. oder 5. Jahrhundert Namensgeber einer alemannischen Siedlung am nördlichen Kaiserstuhl war. Die Endung -ingen in Endingen wurde im alemannischen Sprachraum vom 5. Jahrhundertan oft mit Personennamen in Verbindung gebracht und würde im Falle von Endingen "bei den Leuten des Ando" bedeuten.

Dieser Anto oder Ando taucht übrigens auch als Namenspatron von Endenburg bei Kandern auf und wird ebenso in Verbindung mit Entenschwand gebracht, wo es die "Rodung des Ando" bezeichnen soll. Hier muss allerdings dazugesagt werden, dass die Entenschwander selbst in dieser Hinsicht auf einen riesigen Teich verweisen, der den frühen Entenschwandern als Fischweiher gedient haben soll.
Andere Quellen beziehen das "End" in Endingen auf "Anda", die vorgermanische Variante zu dem hinreichend belegten althochdeutschen Wasserwort "Aha", mittelhochdeutsch "Ahe", das übrigens auch mit dem lateinischen Begriff Aqua (Wasser) verwandt ist.

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Autor: Hans Jürgen Kugler