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08. Oktober 2009

"Der Sound einer guten Big Band muss satt sein"

BZ-INTERVIEW mit Erich Calderara und Walter Hügel von der Gruppe "Music Corporation", die am Samstag in der Lederfabrik spielt.

ENDINGEN. Duke Ellington Count Basie, Benny Goodman und Glenn Miller sind ihre Welt: Die "Big Band Music Corporation" schwört auf den Sound einer längst vergangenen Zeit – und riss bei der Endinger Lichternacht die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin. Jetzt treten die Amateurmusiker in der Endinger Lederfabrik auf. Patrik Müller sprach mit dem Leiter Erich Calderara und dem Saxofonisten Walter Hügel.

BZ: Die Big Band Music Corporation hat 18 Mitglieder im Alter von Mitte 30 bis Ende 60. Funktioniert das?

Calderara: Ja. Wir haben die Musik als verbindendes Element, und wir haben uns auf das Konzept Big Band festgelegt. Das sind schon mal jede Menge wichtiger Gemeinsamkeiten. Für Count Basie interessieren wir uns alle. Da spielt das Alter dann keine wirkliche Rolle mehr.

BZ: Wie alt ist Ihr typischer Zuhörer?

Hügel: Meinen bisherigen Erfahrungen nach würde ich sagen: Er ist 40 Jahre alt. Oder älter. Die Jungen interessieren sich weniger dafür. Ich sehe das bei meinen Kindern. Die spielen in der Stadtmusik Endingen und haben mit Big-Band-Sound nichts am Hut. Bei unserem letzten Auftritt bei der Endinger Lichternacht im September hatten wir aber auch ein paar Kinder vor der Bühne, die mitgetanzt haben. Das hat denen richtig Spaß gemacht.

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BZ: Was reizt Sie am Big-Band-Sound? Sie könnten ja auch Polkas spielen. Oder Rock.

Hügel: Das war nie meine Richtung. Der Klang einer guten Big Band ist für mich am besten mit dem Wort "satt" zu beschreiben. Nach unserem Auftritt bei der Lichternacht hat ein Bekannter unseren Sound genau so bezeichnet. Ich finde, es gibt kein besseres Kompliment.

Calderara: Mich fasziniert einfach die Reichhaltigkeit der harmonischen Möglichkeiten, die man bei einer Big Band so hat – die Formation ist so groß besetzt, dass man da unheimlich viel machen kann.

BZ: Wie sind sie eigentlich zur Music Corporation gekommen?

Hügel: Ich bin ein Neuling bei der Big Band, spiele aber schon seit Jahrzehnten Saxofon, mal bei der Stadtmusik, mal als Tanzmusiker. Im letzten Jahr habe ich die Gruppe bei einem Live-Auftritt gesehen und war begeistert. Ich habe mir gleich gedacht, dass mir das auch richtig Spaß machen würde. Also habe ich Kontakt aufgenommen und gefragt, ob sie eigentlich noch einen Saxofonisten brauchen würden.

Calderara: Ich habe auch schon immer Musik gemacht, früher bei der Big Band Heiligenzell. Damit habe ich Mitte der 80er Jahre aufgehört. Aber da hat einfach etwas gefehlt in meinem Leben.

BZ: Was erwartet das Publikum am Samstag in der Endinger Lederfabrik?

Calderara: Es wird auf jeden Fall mehrere Titel von Count Basie geben. Den spielen wir einfach unheimlich gerne. Obwohl das wirklich eine Herausforderung ist, für seine Stücke braucht man ein außerordentlich hohes Maß an Spieldisziplin. Das Gleiche gilt für Glenn Miller, der ist auch so ein Prüfstein für gutes Zusammenspiel. Alles in allem werden wir etwa zwei Stunden lang spielen – die Pausen nicht mitgezählt.

Der Auftritt der "Big Band Music Corporation" beginnt am Samstag, 10. Oktober, um 20.30 in der Endinger Lederfabrik. http://www.lederfabrik-endingen.de

Autor: pam