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05. September 2012

Die eigene Energiewende anpacken

"Ja hämmer gsait": Der Arbeitskreis Energie stellt das Konzept für die geplante Bürger-Energiegenossenschaft vor.

  1. Für alle Fragen offen zeigten sich die Initiatoren der Energiegenossenschaft (von links) Henner Wenzel, Armin Schmidt und Achim Lott am Montag im Bürgerhaus Endingen. Foto: Christel Hülter-hassler

ENDINGEN. Die Idee einer Bürger-Energiegenossenschaft in Endingen nimmt Formen an. Bei der Informationsveranstaltung des Arbeitskreises Energie am Montag im Bürgerhaus Endingen wurde deutlich: Die Initiatoren setzen alles daran, ihr Vorhaben im Oktober zu realisieren und werben offensiv: "Ja hämmer gsait!".

"Wichtig sind jetzt viele Leute, die mitmachen und unsere Idee unterstützen!" so Achim Lott vom Arbeitskreis Energie am Montagabend in Endingen. "Die Einen bringen Geld, die anderen Stimmung und wieder andere Engagement", ergänzte Armin Schmidt. Erst wenn, wie geplant, die Bürgergenossenschaft am 12. Oktober aus der Taufe gehoben worden ist, können Vorhaben realisiert werden.

"Die Bürgergenossenschaft ist ein regionales Projekt für Leute, die ihre eigene Energiewende anpacken", verdeutlichte Lott. Der Zusammenschluss brauche jetzt Menschen, die bereit seien, sich in Vorstand und Aufsichtsrat einzubringen.

Armin Schmidt stellte das Modell einer Raiffeisen-Energie-Genossenschaft Endingen (REGE) vor, fußend auf der ursprünglichen Idee: "Das Geld des Dorfes dem Dorfe". Das Raiffeisen-Modell habe bereits Vorreiter in Bayern. Der Arbeitskreis plane, die Gründungsunterlagen dieser bereits funktionierenden Modelle auch für Endingen zugrunde zu legen, so Schmidt.

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Deutlich verwies Schmidt darauf, dass es nicht nur um eine Solaranlage gehe, sondern um breit angelegte Betätigungsfelder. Im Blick sind: Die Beratung und Unterstützung der Mitglieder bei Investitionen bei Umbau- und Renovierungsarbeiten und der Aufbau eines Unterstützungsfonds. Der Bau und Betrieb von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen und privaten Dachflächen. Bau und Betrieb von Windkraftanlagen am Kaiserstuhl oder der Vorbergzone. Bau und Betrieb von Blockheizkraftwerken, Planung, Bau und Betrieb von Nähwärmenetzen, von Geothermischen Kraftwerken und Anderem.

Jeder Bürger könne Mitglied bei der REGE werden. Die Mindestbeteiligung betrage 500 Euro, die Anteile würden aber auf maximal 20 pro Person (10 000 Euro) beschränkt. Die Rendite sei nicht festgelegt, orientiere sich aber an der banküblichen Verzinsung von Tagesgeld.

Auch Blockheizkraftwerke können gebaut werden

Die Solaranlage auf der Stadthalle stehe als Erstes auf der Agenda. Sie soll noch dieses Jahr installiert werden. Es gebe aber noch andere interessante Objekte. So wolle man Ausschau halten, wo mit einem "Pool von Nachbarn" Blockheizkraftwerke gebaut werden könnten.

Windenergie dagegen werde nur interessant, wenn sich die Kaiserstuhlgemeinden in der Standortfrage einig seien.

Schmidt verwies auf die große Unterstützung der Stadt Endingen und den Umstand, dass bei dem Projekt auf der Stadthalle keine Pacht gezahlt werden müsste. Nichtsdestotrotz würden noch andere Standorte geprüft. Auch freue man sich über Bürger, die ihre Dachflächen zur Verfügung stellen könnten.

Mit einem Prospekt unter der Devise "Ja hämmer gsait!" will der Arbeitskreis Energie fürs Mitmachen bei der Gründung der Energie-Genossenschaft werben. "Je mehr wir sind, desto rentabler wird es für die Mitglieder", so Achim Lott. Das Interesse sei bereits enorm: "Letzte Woche klingelte bei mir laufend das Telefon."Der nächste Schritt ist ein Workshop zur Erarbeitung der Genossenschaftssatzung am 20. September mit Burkhard Flieger in Endingen. "Er ist ein ausgewiesener Fachmann und überzeugter Genosse", freute sich Achim Lott über die Verpflichtung von Flieger.

Die Frage aus dem Publikum: "Darf auch ein Bahlinger Mitglied in der Endinger Bürgergenossenschaft werden?" beantwortete Lott diplomatisch: "Es ist schon unser Grundgedanke, dass Bürger aus Endingen und den Stadtteilen Mitglieder sind. Aber Interessierte aus dem Umkreis wollen wir nicht wegschicken. Das sind unsere Multiplikatoren." Die Mustersatzung werde allen Interessierten vor dem Workshop zugänglich gemacht, sicherte Achim Schmidt auf Anfrage zu.

Die vielen neuen Gesichter in der Runde zeigten, dass immer mehr Leute von der Idee der bürgergetragenen Energiewende angetan seien, freute sich zum Schluss Armin Schmidt. Die Werbung mit dem Spruch "Ja hämmer gsait!" in Anlehnung an den Aufbruch der Bevölkerung in Wyhl kam überwiegend sehr gut an.

Kontakt: Achim Lott (01779250731) oder Armin Schmidt (07642-9073470).

Autor: Christel Hülter-Hassler