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09. Februar 2012

Wettstreit zum besten Hobbykoch Deutschlands

Für Achim Herr macht's die Qualität der Produkte

Der Wahl-Amolterer Achim Herr kocht im Mai auf Johann Lafers Stromburg um den Titel "Bester Hobbykoch Deutschlands" .

ENDINGEN-AMOLTERN. Wenn im Mai acht Kochamateure aus allen Teilen Deutschlands in dem von der Zeitschrift "Der Feinschmecker" ausgelobten Wettbewerb gegeneinander antreten, wird Achim Herr den Südwesten vertreten. Nachdem sich der vierfache Familienvater aus Amoltern schon in der ZDF-Küchenschlacht ins Finale gekocht und im vergangenen Jahr auch im Fünfer-Duell "Kochen mit Edeka" gesiegt hat, sieht der Kaiserstühler dem Ringen um den Titel des "Besten Hobbykochs Deutschlands" auf Johann Lafers "Stromburg" gelassen entgegen.

Was macht aus einem Familienvater und Fußballfan einen Gourmet-Koch? "Die Liebe", sagt Achim Herr. "Die Liebe zum Kochen und die Lust daran, ein Produkt in ein Sinneserlebnis zu verwandeln".

Als Student hat sich der mittlerweile 39-Jährige "aus der Not heraus" das Kochen selbst beigebracht. Nach einem Wochenende unter der Obhut von Küchenchef Alfred Klink im Freiburger "Colombi" war für Herr klar: "Was in den Kochsendungen geboten wird, kann ich auch." Also begab er sich, gehörig forciert von Ehefrau Alexandra, in den Ring.

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Auf Anhieb kochte er sich in der ZDF-Kochshow "Die Küchenschlacht" ins Finale – wo starke Nerven gefragt waren. "Da steht man extrem unter Strom", schildert Herr. "Erstens arbeitet man in einer fremden Küche, dann sind permanent zwei Kameras auf einen gerichtet und zu allem verwickelt dich der Moderator währenddessen in Gespräche."

Ganze 35 Minuten Zeit hatten die Aspiranten für ein Drei-Gänge-Menü. Herr hat die Aufgaben mit Bravour gemeistert und sich im vergangenen Jahr im Wettbewerb "Kochen mit Edeka" weiter konditioniert.

In der Vorrunde des Feinschmecker-Duells hat sich der Kaiserstühler im Januar in Reutlingen gegen 11 andere Hobbyköche aus dem Südwesten Deutschlands behauptet. Im Finale auf Johann Lafers "Stromburg" geht es im Mai um den Titel "Bester Hobbykoch". Dem Sieger winken eine Reise nach Norwegen und ein Dampfgarer.

"Ich bin ein Gestalter", betont Herr. Seit 19 Jahren ist er Vorsitzender der Sportfreunde in Grißheim, der Jüngste aller Zeiten. "Auch beim Kochen", sagt er, "ist es ausschlaggebend, wie gut man sich organisiert." Das richtige Timing, den exakten Handgriff, das souveräne Vernetzen der Arbeitsgänge – das schaffe letztlich den Spielraum für das sensible Abschmecken und Anrichten.

Wie man sich am Herd organisiert, beobachtet Achim Herr am liebsten bei Fritz Zehner in Pfaffenweiler. In der "Stube" des Sternekochs verbringt Herr viele unentgeltliche Arbeitsstunden. "Weil ich da lerne, auf was es ankommt" sagt er.

"Das Wichtigste ist die Qualität der Produkte, um gut zu kochen", betont Herr, der im "richtigen Leben" selbstständiger Unternehmer ist. Wie man individuell und mit Liebe kocht, zeigt der umtriebige Wahl-Amolterer am liebsten Gästen zuhause oder in der Runde der Grißheimer Vereinskameraden, die er zum Dank für ihr Ehrenamt gern kulinarisch verwöhnt. Der Duft der tagelang eingekochten Fonds aus Kalbs- oder Wildknochen und Gemüse in seiner Amolterer Küche lassen seine leckeren Soßen erahnen. Dann stecken auch die Kinder ihre Nasen in die Töpfe und lassen sich anstecken von der Kochbegeisterung ihres Vaters. Dass der Hausherr den Rücken frei hat, dafür trägt Ehefrau Alexandra Sorge, deren Refugium an den übrigen Tagen die Küche ist.

Zum guten Essen gehört auch der richtige Wein, und das ist für Achim Herr in jedem Fall einer aus Baden. "Oft werden badische Weine unter Wert verkauft", findet er und vertritt seine Überzeugung als Markgräfler und Wahl-Kaiserstühler vehement.

Gelassen bleiben und sich nicht durch Kommentare oder Ratschläge anderer verunsichern lassen – so will Achim Herr im Finale antreten. Auf die Frage, welche Zutaten ein Muss am Herd sind, plaudert er für die BZ-Leser gern aus dem Nähkästchen: "Senf, Honig, eine Pfeffer- und eine Chilimühle."

HOBBYKOCH-WETTBEWERB

Der Weg ins Finale des Hobbykoch-Wettbewerbs 2012 führt über mehrere Etappen. Jeder Bewerber – zugelassen sind nur Amateure – erhielt im Herbst einen Fragebogen, der bis 1. Dezember abgegeben werden musste. Die Kandidaten mit den meisten Punkten treten bei bundesweit acht Vorausscheidungen an, die letzten finden am 11. und 18. Februar statt. Dabei gilt es, ein vorgegebenes Rezept nachzukochen. Beim Finale im Mai müssen die Teilnehmer aus einem Warenkorb das Siegergericht selbst entwickeln.  

Autor: BZ

Autor: Christel Hülter-Hassler